StartStreitkräfteEuskirchen benennt Kasernenzufahrt nach gefallenem Soldaten

Euskirchen benennt Kasernenzufahrt nach gefallenem Soldaten

Es war ein bewegender Moment voller Würde und Erinnerung: Am Wochenende bekam die Zufahrtsstraße zur Mercator-Kaserne in Euskirchen offiziell einen neuen Namen. Künftig trägt sie den Namen „Stefan-Kamins-Straße“ – und erinnert damit dauerhaft an einen Soldaten aus den Reihen der Bundeswehr, der im Einsatz in Afghanistan sein Leben verlor.

Zur feierlichen Enthüllung des neuen Straßenschildes waren neben zahlreichen Gästen aus Bundeswehr, Politik und Gesellschaft auch die Eltern von Stefan Kamins sowie weitere Angehörige angereist. Für die Familie war die Zeremonie ein besonders emotionaler Augenblick. Mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem Tod im Jahr 2003 bleibt die Erinnerung an den gefallenen Soldaten lebendig – nun auch sichtbar im Stadtbild von Euskirchen.

Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt bei seiner Ansprache zur Umbenennung der Straße.
Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt bei seiner Ansprache zur Umbenennung der Straße. (Foto: Bundeswehr/Pieper & Tappeser)

Bürgermeister Sacha Reichelt und die Standortälteste, Flottillenadmiral Sabine Reppin, würdigten in ihren Ansprachen sowohl das Schicksal von Stefan Kamins als auch den Dienst aller Veteraninnen und Veteranen der Bundeswehr. Die Straßenumbenennung sei weit mehr als eine symbolische Geste. Sie stehe für Dankbarkeit, Respekt und die Verantwortung, die Leistungen und Opfer von Soldatinnen und Soldaten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und ist im Übrigen ein sehr seltener und herauszuhebender Vorgang, wie Bürgermeister Reichelt betonte, den er in seiner Amtszeit zum ersten Mal durchführen durfte.

Die Geschichte von Stefan Kamins

Stefan Kamins war Stabsgefreiter der Bundeswehr und am Standort Euskirchen stationiert. Im Jahr 2003 wurde der damals 28-Jährige nach Afghanistan entsandt. Dort beteiligte sich die Bundeswehr im Rahmen des internationalen Einsatzes ISAF an der Stabilisierung des Landes. Am 21. Juni 2003 ereignete sich nahe der afghanischen Hauptstadt Kabul der Anschlag. Kamins war gemeinsam mit Kameraden in einem ungepanzerten Geländewagen vom Typ „Wolf“ unterwegs, als das Fahrzeug auf eine Mine fuhr und diese zur Detonation brachte. Stefan Kamins starb noch vor Ort, ein weiterer Soldat wurde verletzt.

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Mit seinem Tod schrieb sich sein Name in ein besonders schmerzhaftes Kapitel der Bundeswehrgeschichte ein. Kamins gilt als erster deutscher Soldat, der während des Afghanistan-Einsatzes durch feindliche Einwirkung fiel. Sein Schicksal steht zugleich stellvertretend für viele Frauen und Männer der Bundeswehr, die in Auslandseinsätzen verwundet wurden oder ihr Leben verloren. Der Einsatz dieser gefallenen Bundeswehrsoldaten für Freiheit, Demokratie und Sicherheit sollte niemals vergessen werden.

Die Benennung einer Straße nach Stefan Kamins greift genau diesen Gedanken auf: Sie schafft einen dauerhaften Erinnerungsort und macht sein Schicksal auch für kommende Generationen sichtbar. Dass ausgerechnet die Zufahrt zur Mercator-Kaserne nun seinen Namen trägt, besitzt dabei eine besondere Symbolkraft. Tag für Tag werden Soldatinnen und Soldaten, zivile Beschäftigte sowie Besucher den Namen Stefan Kamins lesen und sich daran erinnern können, welchen Preis der Dienst für das eigene Land unter Umständen fordert. Die Straßenumbenennung verbindet damit persönliche Erinnerung, militärische Tradition und gesellschaftliche Anerkennung auf besondere Weise.

Stefan Kamins gilt als der erste deutsche Soldat, der während des Afghanistan-Einsatzes durch Fremdeinwirkung gefallen ist.
Stefan Kamins gilt als der erste deutsche Soldat, der während des Afghanistan-Einsatzes durch Fremdeinwirkung gefallen ist. (Foto: Bundeswehr/Pieper & Tappeser)

Der Nationale Veteranentag in Deutschland

Das Datum der Umbenennung war bewusst gewählt: Am 15. Juni fand der 2. Nationale Veteranentag statt. Gedenkveranstaltungen rund im diesen Tag finden zahlreich auch noch in dieser Woche statt. Höhepunkt ist die zentrale Festveranstaltung am heutigen 21. Juni am Reichstagsgebäude in Berlin. Im April 2024 hatten die Abgeordneten des Deutschen Bundestages mit großer Mehrheit beschlossen, den Nationalen Veteranentag am 15. Juni als Gedenktag in Deutschland einzuführen. Im Mittelpunkt steht rund um diesen Tag die Anerkennung und Würdigung der Veteraninnen und Veteranen.

Akteure aus Politik und Verwaltung (Bund, Länder, Städte und Gemeinden) sind neben der Bundesregierung und dem Deutschen Bundestag aktiv an der Umsetzung des Nationalen Veteranentags beteiligt. Das Bundesministerium der Verteidigung, als Dienstherr aller aktiven Soldatinnen und Soldaten und mit seiner Schnittstelle zu den Veteranenverbänden über das Veteranenbüro der Bundeswehr, wurde mit der Koordinierung der Ausgestaltung des Gedenktags beauftragt.

Redaktion/sab