StartS&T+Zukunft des Seebataillons: Interview mit Admiral Meyer, EF 1

Zukunft des Seebataillons: Interview mit Admiral Meyer, EF 1

Im Seebataillon konzentrieren sich die infanteristischen Fähigkeiten der Deutschen Marine. Als „Multitool“ der Teilstreitkraft deckten die Spezialisten des Bataillons bislang verschiedenste Aufgaben ab: den Schutz von Schiffen und Stützpunkten der Marine, amphibische und Boardingoperationen sowie das Entschärfen von Kampfmitteln an Land und zur See. Mit der Rückbesinnung auf die Landes- und Bündnisverteidigung in Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine verschiebt sich auch das Einsatzprofil der Marineinfanteristen. Soldat & Technik sprach darüber mit Flottillenadmiral Christian Walter Meyer, Kommandeur der übergeordneten Einsatzflottille 1 (EF 1).

Flottillenadmiral Christian Walter Meyer.
Flottillenadmiral Christian Walter Meyer. (Foto: Bundeswehr)

S&T: Sehr geehrter Herr Admiral, vor fünf Jahren – noch vor dem russischen Angriff auf die Ukraine – hat uns Ihr damaliger Vorgänger ein Interview zur Änderung der Einsatzschwerpunkte des Seebataillons im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung gegeben. Wie steht es mittlerweile um die damals vorgesehene Befähigung zu amphibischen Operationen und Kampf im maritimen Umfeld?

Sie verweisen völlig zu Recht darauf, dass das damalige Interview vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine stattgefunden hat. Eine Auswirkung dieses Krieges ist die Fokussierung der Marine auf die Landes- und Bündnisverteidigung. Der Ostseeraum spielt hier eine besondere Rolle, und damit auch die Geschwader und Bataillone der Einsatzflottille 1.

Der Generalinspekteur fordert Kriegstauglichkeit der Bundeswehr bis 2029. Unser Inspekteur legt noch engere Zeitlinien an, um verteidigungsbereit und abschreckungsfähig zu sein. Was bedeutet das konkret für das Seebataillon? Im Bündnis sind Anpassungen in Umsetzung, die das Bataillon mit Blick auf amphibischen Operationen betreffen. Für den Einsatz amphibischer Kräfte in der Ostsee und vergleichbarer Seegebiete nutzen wir in der NATO in Abgrenzung zu den großen amphibischen Operationen nun die Bezeichnung Coastal Amphibious Forces.

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Die Befähigung als Coastal Forces wird neue Schwerpunktaufgabe für die infanteristischen Kräfte des Seebataillons. Deshalb kam es nochmals zu einer Nachjustierung. Die im Jahr 2020 vorgesehene Befähigung zu amphibischen Operationen und zum Kampf im maritimen Umfeld wurde seither weiterentwickelt, insbesondere im Hinblick auf die Anforderungen an hochmobile, robuste und interoperable Kräfte in einem multinationalen Rahmen. Wir werden die konzeptionellen Arbeiten dieses Jahr abschließen und dann in die Umgliederung des Verbandes einsteigen.