StartS&T+US-Spezialkräfte entern Tanker der russischen Schattenflotte

US-Spezialkräfte entern Tanker der russischen Schattenflotte

Im Gefolge der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro mit der Operation Absolute Resolve am vergangenen Samstag haben US-Spezialkräfte am gestrigen Mittwoch auch einen mutmaßlichen Öltanker der russischen Schattenflotte im Atlantik geentert. Die Marinera, ex Bella 1, sollte im Rahmen der amerikanischen Seeoperationen vor Venezuela bereits am 20./21. Dezember von der U.S. Coast Guard kontrolliert werden. Unter der Flagge Guyanas mit undurchsichtigen Eigentümer- und Versicherungsverhältnissen operierend, war nach US-Erkenntnissen am Schmuggel sanktionierten Öls beteiligt, jedoch zu diesem Zeitpunkt offiziell unbeladen.

Das Schiff entzog sich der Kontrolle jedoch durch mehrfache Kursänderung und Abschalten seines automatischen Identifikationssystems (AIS) und entkam zunächst aus der Karibik. Im Atlantik hielt es auf die Seedurchgänge zwischen Grönland, Island und Großbritannien (GIUK Gap) zu. Die Küstenwache nahm mit dem Hochseekutter USCGC Munro der Legend-Klasse – ein Schiff von Fregattengröße mit 4.700 Tonnen Einsatzverdrängung und 127 Meter Länge – die Verfolgung im Atlantik auf. Zudem wurden Spezialkräfte samt Hubschraubern des auch an Operation Absolute Resolve beteiligten 160th Special Operations Aviation Regiment (Night Stalkers) auf Stützpunkte in Großbritannien verlegt.

Vor der Marinera hatten US-Kräfte in der Karibik bereits den Tanker M Sofia geentert.
Vor der Marinera hatten US-Kräfte in der Karibik bereits den Tanker M Sofia geentert. (Foto: U.S. Southern Command)

Umfassende amerikanisch-britisch-irische Überwachung

Von dort wurde der Tanker zudem mit amerikanischen P-8A Seefernaufklärern und U-2S Höhenaufklärern sowie britischen RC-135W Signalaufklärern und Jagdflugzeugen Eurofighter Typhoon überwacht. Auch irische Seeaufklärer vom Typ C-295W beteiligten sich an der Operation. Am 31. Dezember wurde das Schiff im Transit von Bella 1 in Marinera mit Heimathafen Sotschi umbenannt und in das russische Schifffahrtsregister aufgenommen. Die Besatzung malte zudem eine russische Flagge auf den Rumpf. Russland entsandte mehrere Marineeinheiten, darunter ein U-Boot, zu seinem Schutz in den Atlantik. Auch diese wurden eng von Flugzeugen aus Großbritannien überwacht.