Nachdem sich Norwegen am Donnerstag letzter Woche, 29. Januar, offiziell für die Beschaffung des Raketenartilleriesystems K239 Chunmoo der südkoreanischen Hanwha Aerospace entschieden hatte, wurde bereits am Folgetag der Auftrag für 16 Werferfahrzeuge unterzeichnet. Das teilte Hanwha am heutigen Montag mit. Der Wert der Order, die auch präzisionsgesteuerte Raketen und die logistische Versorgung umfasst, wurde mit 922 Millionen US-Dollar (744 Millionen Euro) angegeben.
Insgesamt hat Norwegen rund 1,7 Milliarden Euro für das Beschaffungsvorhaben budgetiert. Vorgesehen sind Raketen mit drei verschiedenen Reichweiten von bis zu 500 Kilometern. Laut norwegischem Verteidigungsministerium erfüllte Hanwhas Angebot als einziges alle Vorgaben der Ausschreibung. Das Angebot von KNDS Deutschland für das System MARS 3 (EuroPULS), das künftig bei der Bundeswehr eingeführt wird, war im vergangenen Sommer ausgeschlossen worden.
Norwegen hat bereits Hanwhas Panzerhaubitze K9 in Dienst
Obwohl bereits die Anti-Schiff-Lenkwaffe Naval Strike Missile der norwegischen Kongsberg in EuroPULS integriert worden ist, sprachen offenbar auch politische Gründe gegen das ursprünglich israelische System Das amerikanische HIMARS kam ebenfalls nicht zum Zug. Von Hanwha bezieht Norwegen bereits die Panzerhaubitze K9 Thunder, hier als VIDAR bezeichnet, so dass die Artillerie des Landes künftig weitgehend südkoreanischer Herkunft sein wird.
Chunmoo ist auch von den NATO-Partnern Polen und Estland beschafft worden. Das System kann mit zwei Behältern beladen werden, die unterschiedliche Raketen enthalten können:
- Jeweils 20 K33 im Kaliber 131 mm mit einer Reichweite von 36 Kilometern;
- jeweils sechs KM26A2 im Kaliber 230 mm mit einer Reichweite von 45 Kilometern, die auf der Familie für das amerikanische MLRS beruhen;
- jeweils sechs CGR80 im Kaliber 239 mm mit 80 Kilometern Reichweite und GPS/INS-Steuerung;
- oder jeweils vier GPS/INS-gesteuerte CTM-MR beziehungsweise deren Anti-Schiff-Version CTM-ASBM mit zusätzlichem abbildenden Infrarot-Sucher im Kaliber 280 mm und bis zu 160 Kilometer Reichweite.
In der Erprobung befindet sich zudem die ballistische Rakete CTM290 im Kaliber 600 mm mit 290 Kilometern Reichweite und die Weiterentwicklung CTM500, die einzeln aus einem Behälter verschossen werden. Auch Loitering Munition soll integriert werden.
Redaktion/sab








