StartMobilitätHADIS: Hensoldt testet unbemannten Lastengleiter mit A400M

HADIS: Hensoldt testet unbemannten Lastengleiter mit A400M

Hensoldt führte im Herbst vergangenen Jahres erfolgreiche Flugtests für den Einsatz des unbemannten Trägersystems HADIS aus einer A400M heraus durch. Das teilte das Unternehmen am heutigen Donnerstag mit. HADIS stellt einen aus einem Transportflugzeug absetzbaren unbemannten, autonom fliegenden Einweg-Remote Carrier dar, der in einer ersten Variante als Lastengleiter konzipiert ist. Im Rahmen eines eigenfinanzierten Innovationsprojekts wurde das System 2024 konzeptioniert und bereits erfolgreich aus kleineren Transport-Flugzeugen abgesetzt.

In der nun durchgeführten Testkampagne, die von der Bundeswehr mit einem A400M unterstützt und durch die Wehrtechnische Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät, WTD 61, begleitet wurde, konnte das Hensoldt -Team die Funktion einer skalierten 1:3-Version von HADIS belegen. Sowohl der Absetz-Vorgang im Fallschirm-Ausziehverfahren, sowie die autonome Wegpunktnavigation im Gleitflug wurden nach Unternehmensangaben erfolgreich demonstriert.

HADIS soll Spezialkräfte weit hinter der Front versorgen

Damit sei der Weg frei für die Weiterentwicklung von HADIS, so dass bereits Ende 2026 ein Fullscale Demonstrator als Lastengleiter bereitgestellt werden könne. Dieser soll in der Lage sein, nach dem Absetzen aus einem Transportflugzeug Lasten mit einem Gewicht von bis zu 500 Kilogramm bis zu 120 Kilometer weit zu transportieren. HADIS besitzt in der initialen Variante keinen Antrieb, der Geräusche oder andere Emissionen verursacht, so dass dessen Aufklärung signifikant erschwert wird.

Der Lastengleiter ist modular aus Flügel und Rumpf aufgebaut, als Einwegplattform konzipiert und soll der sicheren Versorgung von tief in feindlichen Gebieten operierenden Spezialkräften dienen. Die für die Steuerung notwendige Elektronik ist komplett im Flügel untergebracht, während der Rumpf als Frachtbox für das zu verbringende Material dient. Im Gegensatz zu autonomen Gleitfallschirmsystemen lassen sich mit HADIS deutlich weitere Gleitflüge realisieren, wodurch das bemannte Träger-Luftfahrzeug weit außerhalb des Gefahrenbereiches des konkreten Operationsgebiets verbleiben kann.

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Das Einsatzkonzept sieht vor, dass mehrere HADIS-Systeme aus einem Transportcontainer abgesetzt werden können. Diese Gleiter können im Schwarmverfahren sowohl einen gemeinsamen als auch getrennte Landepunkte anfliegen. Nach dem Öffnen der Heckrampe eines Transportflugzeugs wie der A400M wird der Lastengleiter per Ausziehschirm aus der Transportbox im Laderaum gezogen und geht dann in die Gleitphase über. Die Navigation zur vorgesehenen Landezone erfolgt entweder gesteuert durch eigene Kräfte vor Ort bzw. im Flugzeug oder autonom per Wegpunktnavigation. Aufgrund der zielgenauen Landung per Fallschirm kann diese allerorts erfolgen.

Redaktion/sab