Bei der kürzlich beendeten multinationalen Übung Talisman Sabre 2025 in Australien (Soldat & Technik berichtete) führten mehrere hundert Angehörige der amerikanischen 11th Airborne Division eine strategische Luftlandung per Fallschirm durch. Beteiligt waren auch ein Dutzend deutsche Fallschirmjäger. Vier amerikanische und zwei australische Transportflugzeuge vom Typ C-17 Globemaster III verlegten die Kräfte in einem über 14-stündigen Flug vom Stützpunkt Elmendorf-Richardson in Alaska.
Nach knapp 11.000 Kilometern Flugstrecke über den Pazifik sprangen 323 Mann des 3rd Battalion, 509th Parachute Regiment mit ihren deutschen Kameraden am 14. Juli bei Nacht über Australien ab. Außerdem abgesetzt wurde Ausrüstung wie HMMWV-Fahrzeuge. Bei solchen Massenabsprüngen im Dunkeln ist mit Ausfällen von bis zu zehn Prozent schon ohne Feindeinwirkung zu rechnen. Hier gab es glücklicherweise nur drei leichte Verletzungen, eine davon durch den Zusammenstoß von zwei Springern in der Luft.
Weiterer Nachtsprung bei Talisman Sabre
Nach der Landung stellten die Fallschirmjäger Verbindung mit französischen Kräften her und marschierten rund 50 Kilometer, um eine Siedlung nahe Townsville, Queensland einzunehmen. Im weiteren Verlauf der Übung führten über 400 amerikanische, 100 deutsche und 36 französische Soldaten einen weiteren Nachtsprung bei Shoalwater Bay durch. Die Risiken solcher Operationen bedeuten zugleich einen taktischen Vorteil, wenn sich der Gegner überraschend im Dunkeln abgesetzten Luftlandekräften gegenübersieht.
Moderne Technologie trägt zur Präzision von nächtlichen Absprüngen bei und reduziert die Risiken. Der Kommandeur des 2nd Infantry Brigade Combat Teams (Airborne) der 11th Airborne Division, der die Operation führte, konnte während des Anflugs über Sprech-, Video- und Datenverbindungen mit vorgesetzten Hauptquartieren kommunizieren und betonte die Vorteile, ein Bataillon unter einem vollständig über die Situation orientiertem Kommando präzise überall auf der Welt absetzen zu können.
Die zuerst 1943 aufgestellte, 1965 deaktivierte und 2022 in Alaska neu etablierte 11th Airborne Division mit dem modernen Beinamen „Arctic Angels“ umfasst neben dem 2nd Infantry Brigade Combat Team (Airborne) noch das luftbewegliche 1st Infantry Brigade Combat Team mit leichten Fahrzeugen sowie das Arctic Aviation Command mit zwei Heeresfliegerbataillonen. Obwohl ihre Angehörigen speziell für den Kampf unter arktischen Bedingungen ausgebildet sind, dienen sie auch als Eingreiftruppe für den gesamten Pazifikraum und können ebenso im tropischen Klima wie in Australien eingesetzt werden.
Stefan Axel Boes







