StartMobilitätMit der A400M an den Strand: LTG 62 übt in Dänemark

Mit der A400M an den Strand: LTG 62 übt in Dänemark

Seit Jahren nutzt die Luftwaffe die Fähigkeit des A400M, auf unbefestigten Pisten zu landen. Egal ob Gras, Schotter oder Sand – trotz seines Gewichts von 100 Tonnen ist dies möglich. Ein besonderes Training fand nun Mitte August auf der dänischen Nordseeinsel Rømø statt. Das Lufttransportgeschwader 62 ist mit einem A400M an einem Strand gelandet.

Vor dem Start in Wunstorf wurde der A400M von Hauptmann Roland genau geprüft.
Vor dem Start in Wunstorf wurde der A400M von Hauptmann Roland genau geprüft. (Foto: Bundeswehr/Dennis Wolf

Solche Ausbildungen sind nicht neu. Bereits seit 2019 werden die deutschen A400M-Crews in der Landung auf solchen Untergründen geschult. Diese Fähigkeit ist unter anderem wichtig für Einsätze des A400M in Gebieten mit Bedrohungslagen und nicht vorhandener Infrastruktur – auch in Kombination mit der Nutzung von Nachtsichtbrillen (NVG). Dennoch stellte diese Ausbildung eine Besonderheit dar. Es ist erst das zweite derartige Training am Strand und das erste seit 2023.

Umfangreiche Vorbereitung für Besatzung und Flugzeug

Ein solches Training stellt in der Planung eine andere Herausforderung dar als ein „normaler“ Flug von A nach B. Fluglehrer Hauptmann Roland hat das Vorhaben mit geplant und schildert, welche umfangreichen Vorbereitungen hierfür erforderlich waren. „Zunächst wurde jeder für diese Vorhaben gezielt im Simulator mit mehreren Starts und Landungen geschult.“ Hierbei zahlt es sich aus, dass das LTG 62 über zwei Level-D zertifizierte Flugsimulatoren verfügt. Dies bedeutet, dass Flüge damit den Bedingungen in der Realität entsprechen. „Weiterhin wurde auf die Erfahrungen anderer Nationen bei der Planung zurückgegriffen, insbesondere mit unserem dänischen Ansprechpartner wegen der Beschaffenheit der Landebahn auf Rømø.“

Doch nicht nur die Besatzung wurde gezielt vorbereitet, sondern auch der eingesetzte A400M. Bei der eingesetzten 54+41 wurde insgesamt das Gewicht reduziert und die Maschine mit einem unpaved runway (URW) kit gesondert geschützt. Hierdurch sollen die Belastungen für das Luftfahrzeug minimiert und Beschädigungen zum Beispiel von Sensoren verhindert werden. Die größten Risiken bei solchen Landungen bestehen durch mögliche Steinschläge am gesamten Luftfahrzeug oder Erosionen am Propeller.

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A400M beherrscht auch kurze Landebahnen mit weichem Untergrund

Bei den Strandlandungen auf einer Piste mit einer Länge von nur knapp 1.000 Metern kann der A400M seine herausragenden Fähigkeiten ausspielen. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 110 Knoten (204 km/h) setzt das Flugzeug durch die Crew perfekt gesteuert auf, wendet und hebt wieder ab. Mehrmals wiederholt sich dieser Vorgang.

Insgesamt zehn Starts und Landungen wurden durchgeführt. Nach der Landung wurde kurz gedreht und dann gleich wieder gestartet.
Insgesamt zehn Starts und Landungen wurden durchgeführt. Nach der Landung wurde kurz gedreht und dann gleich wieder gestartet. (Foto: Bundeswehr/Dennis Wolf)

Nachdem alle geplanten Starts- und Landungen erfolgreich absolviert wurden, kehrte die Besatzung nach Wunstorf zurück. Für Hauptmann Roland war das Training ein voller Erfolg: „Wir konnten das Umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten und haben zusätzlich wert-volle Informationen für die Ausbildung unserer Pilotinnen und Piloten gewinnen können.“ Damit hat sich wieder einmal gezeigt, wozu das LTG 62 in der Lage ist. Es kann mit seinem großen Transportflugzeug sogar an Stränden landen.

Redaktion/sab