Neben Vernetzung und Digitalisierung bestimmen in den letzten Jahren Autonomie, Künstliche Intelligenz und Robotik immer stärker die Kriegführungskonzepte. Nahezu alle heutigen Multi-Domain-Operations-Ansätze beziehen in allen Domänen und Dimensionen besatzungslose Systeme in die Operationsführung ein. Damit wird das Human-Machine-Teaming immer öfter Aufgabe des Einzelschützen.
Die heutigen multidimensionalen Kriegführungskonzepte sehen vernetzte Gefechtsverbunde vor: Die einzelnen Soldaten, deren Land-, Luft-, See-, Cyber- und Weltraumplattformen sowie Roboter, Drohnen und andere besatzungslose Systeme agieren miteinander, um die teilweise parallel zueinander laufenden Operationen in unterschiedlichen Intensitätsspektren in allen Domänen und in allen Dimensionen zu meistern.
KI verkürzt Kill Chains
Auf dem digitalisierten Gefechtsfeld speisen die horizontal, vertikal und zunehmend multinational vernetzten Akteure – seien sie Mensch oder Maschine – automatisiert oder anlassbezogen stetig Informationen in das gemeinsame Netzwerk ein. Hierdurch soll allen Akteuren stets ein aktuelles Lagebild bereitstehen, um die Sensor-to-Effector-Ketten beziehungsweise „Kill Chains“ zu verkürzen: Gegnerische Kräfte lassen sich schneller aufklären, klassifizieren und bekämpfen. Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt den Truppenführer dabei, die Informationsflut auszuwerten und Entscheidungen vorzubereiten.
Für den Einzelschützen bilden die Funkgeräte und Führungsausstattung seines Soldatensystems die Schnittstellen für die digitale Operationsführung. Plattformen – auch besatzungslose Systeme – agieren dank ihrer digitalen Funkgeräteausstattung als „digitale Knoten“. Besatzungslose Systeme (abgekürzt „UxS“ = Unmanned/Uncrewed System; das „x“ wird durch die jeweilige Dimension beziehungsweise Domain ersetzt) lassen sich zum einen über Fernbedienungen oder Bodenkontrollstationen durch den Einzelschützen bedienen. Zunehmend kann dies aber auch über die Kommunikations- und Führungsmittelausstattung des Soldatensystems erfolgen.
Bei den aktuellen und absehbaren Vorhaben wird dieser Aspekt vermehrt in den Vordergrund rücken. Das PESCO-Projekt „Next Generation Dismounted Soldier System (NGSS) etwa sieht explizit vor, dass unter anderem durch die “Integration fortschrittlicher Technologien wie Unmanned Aerial Systems (UAS), Unmanned Ground Systems (UGS) und ferngesteuerte autonome Systeme, Cyber Electro Magnetic Activities (CEMA)-Maßnahmen, KI- und Augmented Reality (AR)-Lösungen, Mesh-Mobile ad-hoc Netzwerke (Mesh-MANET)- und Satellitenkommunikationstechnologien“ die „Kampffähigkeiten und die Effektivität der Soldaten in hochintensiven Kampfszenarien“ verbessert werden sollen, „insbesondere durch die Verringerung der kognitiven und körperlichen Belastung.“
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