Jan-Phillipp Weisswange
Drohnen und andere besatzungslose Systeme verändern die Kriegführung. Inzwischen gehören sie auch zu Mitteln des hybriden Konflikts. Damit stellt sich die Frage, wie sie sich in welchem Umfeld in welcher Intensität bekämpfen lassen.
Ob in der Luft, ob am Boden oder ob über und unter Wasser – fast alle Kriegführungskonzepte beziehen die kurz unter dem Sammelbegriff UxS gefassten Systeme (siehe Kasten) in ihre Überlegungen ein. Der infanteristische Werkzeugkasten umfasst selbst schon seit geraumer Zeit diverse Klein- und Kleinstdrohnen sowie die sehr ähnliche Loitering Munition. Ebenso gehören zum System Soldat diverse Drohnenabwehrmittel.
Veränderte Kriegführung
Nicht nur die Drohnenkriegführung hat sich in der letzten Dekade rasant weiterentwickelt. Gleiches gilt für die zugehörigen unbemannten beziehungsweise besatzungslosen Plattformen. Im „Global War on Terrorism“ standen noch weitreichende Wirkmittel für Präzisionsschläge im Fokus. Inzwischen sind mehr und mehr neue Kampfweisen und Drohnentypen in den militärischen Mittelpunkt gerückt.
Größere Exemplare – etwa die iranische Shahed 136 oder deren russische Version Geran-2 – greifen über mehrere tausend Kilometer Entfernung strategische Ziele, kritische Infrastruktur wie Kraftwerke, Kasernen oder Verkehrsknotenpunkte und auch die Zivilbevölkerung an. Dabei kommen ganze Schwärme zum Einsatz, um die Flugabwehr zu übersättigen.
Drohnen dienen weiterhin der Zielaufklärung. Sie lenken Artilleriefeuer und beobachten und bewerten dessen Wirkung. Auch können sie Sperren verstärken oder gar verlegen. Größere Drohnen oder besatzungslose Bodensysteme können Verwundete evakuieren, gefährliche Geländeabschnitte überwachen, Nachschubgüter heranführen oder ihre menschlichen Kameraden von weiteren „dull, dirty, dangerous tasks“ entlasten.

Auf See haben besatzungslose Systeme inzwischen strategische Erfolge erzielt. Die nicht als Seemacht bekannte Ukraine fügte mit Uncrewed Surface Vessels der russischen Schwarzmeerflotte erhebliche Verluste zu. Dies beeindruckte die russische Marine offenbar so sehr, dass sie in der Ostsee unterdessen eigene Konzepte für besatzungslose Seekampfmittel entwickelte und erprobte.
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