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Die französischen Streitkräfte haben im Rahmen ihrer Operation Barkhane in der Sahel-Zone mehrere Feldlager errichtet. Die Grundarchitekturen dieser Forts setzen eine Tradition fort, die der große Festungsbauer Ludwigs XIV., Vauban während der Renaissance-Epoche begründete. Hiervon berichtet Thomas Newdick auf TheWarZone mit Verweis auf den französischen Militärblog Mars Attaque.

Erst Mitte August stellten französische Pioniere bei Labbézanga in Nord-Mali ein Feldlager mit sternförmiger Umwallung fertig. Die Arbeiten an der am Niger-Fluss gelegenen Festung haben nach Angaben des französischen Streitkräfteministeriums rund sechs Wochen gedauert und erfolgten unter herausfordernden klimatischen Bedingungen. Nach Angaben des Ministeriums waren auch die malischen Streitkräfte an der Planung des Forts beteiligt. Sie brachten ihre Erfahrungen mit dem Gegner und mit dem Gelände ein. Die Wallanlagen des Forts Labbézanga wurden im Wesentlichen aus Hesco-Drahtkörben hergestellt. An den Bauarbeiten waren auch einheimische Arbeitskräfte beteiligt.

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Der Bau des Lagers hat nach Angaben des franz. Streitkräfteministeriums sechs Wochen in Anspruch genommen. (Foto: Streitkräfteministerium Frankreich)

Das sternförmige Fort ist auf einer Anhöhe gelegen, von wo aus die Besatzung die Umgebung gut beobachten und sich gut verteidigen kann. Die auf weite Entfernung erkennbare Festung soll darüber hinaus auch eine psychologische Wirkung entfalten. So soll es sowohl der Bevölkerung als auch den Gegnern die Verteidigungsbereitschaft der französischen und malischen Streitkräfte klar zum Ausdruck bringen.

Bereits 2018 hatten französische Luftlandepioniere des 17e régiment du génie parachutiste bei eine deutlich kleinere, ebenfalls sternförmige Festung bei Ménaka errichtet.

Die Versorgung der “Festung Ménaka” aus der Luft (Foto:: Pierre Challier)

Sternförmige Architekturen im Festungsbau beschränken sich nicht nur auf Vauban und die Regierungszeit des „Sonnenkönigs“. Auch Michelangelo entwarf ähnliche Fortifikationen für Florenz und auf vielen Kontinenten finden sich ähnliche Bauwerke aus verschiedenen Epochen. Der klare Vorteil des sternförmigen Grundrisses liegt darin, dass sich für die Verteidiger keine „toten Winkel“ ergeben und sich die Festungen besser verteidigen lassen.

Jan-Phillipp Weisswange