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Der britische Schutztechnik-Spezialist Avon hat diese Woche seine neue Fluchthaube CH15 vorgestellt. Der neue Atemschutz löst das Vorgängermodel NH15 ab und zeichnet sich durch eine deutlich flachere Bauform und Detailverbesserrungen aus, wie das Unternehmen mitteilt.  Das CE zertifizierte Produkt ermögliche eine Vielzahl behördlicher Anwendungen, wie das auslaufende NH15 Model bereits gezeigt habe. Mediale Bekanntheit haben ähnlich wirkende Systeme beim so genannten „Sturm auf das Capitol“ erlangt –  zahlreiche Kongressangehörige trugen Fluchthauben beim Verlassen des Capitols.

Avon Protection fertigt seit Jahrzehnten Atemschutzlösungen für Streitkräfte, Behörden und Industrieapplikation auf der ganzen Welt. Die Produktionsstätten im britischen Melksham und in Cadillac, im US-Bundesstaat Michigan, versorgen unter anderem die US-Streitkräfte aber auch militärische und polizeiliche Spezialkräfte in Deutschland mit persönlichen ABC-Schutzlösungen.

Die diese Woche während eines Online-Events vorgestellte Fluchthaube CH15 richtet sich unter anderem auch an Behördenanwender. Die grundsätzliche Zielsetzung ist es laut Hersteller, dem Anwender einen einfach zu handhabenden Atemschutz bereitzustellen, welcher ohne umfangreiche Ausbildung und Wartung eine intuitive Nutzung ermöglicht. Dabei soll er Schutz vor Kampfstoffen, industriellen Giften und Chemikalien sowie biologischen Bedrohungen bieten. Letzteres soll durch einen Kombinationsfilter, welcher auch einen P100- bzw. P3-Partikelfilter beinhaltet, gewährleistet werden.

Um das angesprochene Ziel zu erreichen, ist die CH15 den Herstellerangaben zufolge vollkommen wartungsfrei ausgelegt. Während der Produktlebensdauer von fünf Jahren seien nur die Lagervorgaben in Bezug auf die Umgebungstemperatur zu beachten. Diese müssen zwischen -15 und +40 Grad Celsius liegen. Durch das Drücken einer markierten Fläche kann zudem die Integrität der Vakuumverpackung einfach geprüft werden.

Aufgrund der flachen Bauform mit einer Länge von 222mm, Breite von 107mm, sowie eine Bauhöhe von gerade einmal 36 mm (inkl. Kunststoffbehälter) ist die in einem festen Tragebehälter ausgelieferte Atemschutzhaube leicht zu verstauen. Eine mit dem Molle-System kompatible Rückseite des Kunststoffbehälters erlaubt zudem die Befestigung an der persönlichen Ausrüstung.

Die CH15 wird in einer Einheitsgröße geliefert. Unter anderem aufgrund einer veränderten Halsmanschette und Ausgestaltung der Haube ist dem Hersteller zufolge eine für alle Kopfformen und Größen passende Lösung entstanden.

Bauartbedingt erfolgt die Abdichtung nicht am Gesicht des Nutzers, sondern am Hals, wodurch die Flexibilität gesteigert wird, da die zeitintensive Anpassung und personenbezogene Dichtigkeitsprüfung entfallen. Somit ist auch die Anwendung für Personen mit Brille, Bart, Verbänden am Kopf oder sogar das Anlegen bei Bewusstlosigkeit oder Apathie durch Dritte möglich.

Die CH15 ist mit einer vollständig durchsichtigen Haube ausgestattet. Dies reduziert die Belastung für an Klaustrophobie leidende Anwender und ermöglicht eine visuelle Identifikation einzelner Personen ohne, dass der Atemschutz beeinträchtigt wird.

Zwei große Scheiben, welche eine beschlagreduzierende Beschichtung aufweisen, ermöglichen die Sicht.  Um die stressresistente Anwendung zu erleichtern, hat die CH15 im Gegensatz dem Vorgängermodel NH15 zwei große Laschen an der vakuumversiegelten Verpackung um diese öffnen zu können. Auch die Konstruktion der Innenmaske wurde überarbeitet. So muss beim Aufsetzen nicht mehr in die Haube gegriffen und das Nasenstück manuell aufgestellt werden.

Aufgrund der flachen Bauform mit einer Länge von 222mm, Breite von 107mm, sowie eine Bauhöhe von gerade einmal 36 mm (inkl. Kunststoffbehälter) ist die in einem festen Tragebehälter ausgelieferte Atemschutzhaube leicht zu verstauen. (Foto: Avon)

Fluchthauben wie die Avon CH15 werden behördliche Atemschutzmasken nicht verdrängen können. Dazu fehlt ihnen die Flexibilität in Bezug auf die unterschiedliche, bedrohungsangepasste Filterwahl oder die Kompatibilität mit der persönlichen Ausrüstung und Bewaffnung. Auch sind die Nutzung und Integration von Kommunikationsmitteln stark eingeschränkt, beziehungsweise unmöglich.

Nicht zuletzt ist die Durchhaltefähigkeit im Vergleich zur klassischen Vollmaske stark herabgesetzt. So ist weder die Verwendung von Gebläsesystemen, noch ein Filterwechsel oder das Trinken unter Atemschutz möglich. Fluchthauben bieten jedoch eine leichte und flexible Lösung, um die unmittelbare Gefahrenzone verlassen zu können. Zudem können sie von Einsatzkräften bei Evakuierungsoperationen mitgeführt werden, um aufgefundenen Personen einen kurzzeitigen Atemschutz bieten zu können.

Waldemar Geiger