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Die Bundeswehr hat einen Rahmenvertrag mit Kärcher Futuretech über die Konzeption, Herstellung und Lieferung von bis zu 19.000 Zeltsystemen für insgesamt knapp 83 Millionen Euro unterzeichnet, dies gab das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) heute bekannt. Die Bundeswehr erhält für die bewegliche Unterbringung der Kräfte im Einsatz Gerätesätze, die die persönliche Ausrüstung der Soldaten ergänzen.

Innerhalb der 7-jährigen Vertragslaufzeit sollen für insgesamt 76.000 Soldaten moderne, modulare Zeltsysteme für die bewegliche Unterbringung im Einsatz beschafft werden, die Billigung der entsprechenden 25-Mio-Vorlagen in den zuständigen Ausschüssen des Bundestages erfolgte berets am 24. März 2021.

Das erste Los mit 3.225 Systemen (13 Millionen Euro) soll sofort abgerufen werden und der Truppe rechtzeitig für die Nutzung bei der Speerspitze der NATO VJTF 2023 zur Verfügung stehen.

In bestimmten Einsatzlagen, insbesondere zu Anfang von Operationen, muss die Truppe in kurzer Zeit unabhängig von fester Infrastruktur durchhaltefähig – manchmal auch für mehrere Tage – untergebracht werden. Dies ist mit dem in der persönlichen Ausstattung enthaltenen halben Zelt („Dackelgarage“), Schlafsack, Essgeschirr und Klappspaten nur auf niedrigsten Niveau möglich. Für die „Bewegliche Unterkunft im Einsatz“ werden Ausrüstungssätze für jeweils vier Soldaten in Kernbausteinen (KBS) Unterkunft, Verpflegung und Hygiene/Sanitär sowie einem Baustein Abfallsammlung beschafft. Damit wird eine Einsatzdauer bis ca. 72 Stunden unterstützt. Bei längerer Einsatzdauer kann der Komfortgrad durch Ergänzungsbausteine (EBS) erhöht werden.

Der Kernbaustein Unterkunft besteht aus vier Einmannzelten, die zu Zeltgruppen koppelbar sind, sowie vier Lampen. Mit dem Ergänzungsbaustein Unterkunft wird zusätzlich eine vier-Mann-Unterkunft mit Tisch, je vier Stühlen und Liegen und einer Lampe bereitgestellt. Ein Mehrzweckbaustein zur Heizung/Kühlung von bis zu vier EBS Unterkunft ist nicht Gegenstand des laufenden Projekts.

Im KBS Verpflegung sind Kocher, Töpfe und ein Thermobehälter enthalten, für das Erwärmen von Wasser und die Zubereitung von Individualverpflegung für vier Soldaten. Die Elemente des KBS sind gewichtsoptimiert so aufeinander abgestimmt, dass sie gestapelt auf kleinstem Raum transportierbar sind. Sollte die Bereitstellung eines EBS Verpflegung notwendig werden, wird auf Kapazitäten der „Mobilen Feldküche“ zurückgegriffen, die nach der Einsatzprüfung vor dem Beginn der Serienfertigung steht.

Der Kernbaustein Unterkunft besteht aus vier Einmannzelten, die zu Zeltgruppen koppelbar sind, sowie vier Lampen. Mit dem Ergänzungsbaustein Unterkunft wird zusätzlich eine vier-Mann-Unterkunft mit Tisch, je vier Stühlen und Liegen und einer Lampe bereitgestellt. Dazu wird mit dem KBS Hygiene/Sanitär eine Trockentoilette und ein Sichtschutz bereitgestellt. (Graphik: Kärcher Futuretech)

Mit dem KBS Hygiene/Sanitär werden eine Trockentoilette und ein Sichtschutz bereitgestellt, die die peinliche Situation des „Spatengangs“ entschärfen und dauerhafte Hinterlassenschaften vermeiden. Die Kapazität reicht bei vier Soldaten für 72 Stunden. Ein EBS Hygiene / Sanitär mit beheizter Dusch- und Waschmöglichkeit für bis zu 167 Soldaten wird derzeit nicht beschafft.

Der BS Abfallsammlung besteht aus verschließbaren Abfallsäcken für die Zwischenlagerung des Abfalls bis zu einer Abholung nach spätestens 60 Tagen. Das Volumen ist für den Abfall von vier Soldaten während drei Tagen ausgelegt.

Das Material für die bewegliche Unterbringung im Einsatz muss mit den vorhandenen Transportmitteln der Truppe in die Einsatzorte verbracht werden.

„Die neue modulartige Ausstattung bietet der Truppe eine an verschiedene Umweltbedingungen anpassbare Unterkunft. Erholsamere Ruhephasen und bessere hygienische Bedingungen stärken physische und psychische Gesundheit der Soldatinnen und Soldaten. Diese ist entscheidend für Durchhaltefähigkeit und Kampfkraft der Truppe, die damit gestärkt wird“, heißt es auf der Webseite des Verteidigungsministeriums.

Gerhard Heiming