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Die slowakischen Streitkräfte setzen die Marktsichtung von potentiellen Modellen für einen neuen Schützenpanzer fort. Im Beisein des Verteidigungsministers Jaroslav Naď und weiteren hochrangigen Vertretern des Verteidigungsministeriums und der Armee stellte General Dynamics European Land Systems (GDELS) den ASCOD Schützenpanzer vor. Ort des Am 15.04.2021 stattfindenden Events war erneut das militärtechnische Institut (VTSÚ) im westslowakischen Záhori.

Bereits im März hatte Rheinmetall als erster Anbieter den Lynx KF41 als potentiellen Kontrahenten für einen neuen Schützenpanzer der slowakischen Streitkräfte vorgestellt, S&T berichtete. Durch die laufende Evaluierung wollen die slowakischen Streitkräfte unter intensiver Einbindung der eigenen Industrie ein modernes Fahrzeug beschaffen und damit eine schwere Brigade ausrüsten.

Der nun vorgestellte ASCOD steht für Austrian Spanish Cooperation Development. Der Schützenpanzer ist in Österreich unter der Bezeichnung Ulan und in Spanien unter dem Name Pizarro seit 2001 bzw. 2003 im Dienst. Als nationale Produktionspartner diente die Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeuge GmbH respektive Santa Bárbara Sistemas, welche beides Teil des General Dynamics European Land Combat Systems Konzerns sind. Das je nach Variante zwischen 28 und 45 Tonnen wiegende Fahrzeug kann mit zahlreichen Optionen in Bezug auf Bewaffnung, Sensorik und Panzerung bis hin zu Hard Kill Schutzsystemen ausgestattet werden.

Als weiterer Nutzer entschied sich Großbritannien für das Fahrzeug und bestellte insgesamt 589 Stück. Auf Grundlage des ASCOD wurde von General Dynamics UK die Ajax Aufklärungsfahrzeugfamilie für das britische Future Rapid Effect System Programm entwickelt. Der Produktionsstart und Einführung verzögerte sich nach der 2010 getroffen Entscheidung jedoch mehrfach und liegt aktuell etwa drei Jahre hinter dem Plan. Jüngsten Aussagen des britischen Rüstungsstaatssekretärs Jeremy Quinn zufolge wird seitens des britischen Heeres ab Ende Juni 2021 mit der Initial Operating Capability des Ajax gerechnet.

Neben dem überaus modularen Design und der offenen Systemarchitektur ist der ASCOD geeignet zahlreiche Aufgaben von der Nutzung als Aufklärungsfahrzeug über die Rolle als Waffenträger bis hin zu der eines mittleren Kampfpanzers einzunehmen. Auch die Einbindung der lokalen Industrie in die Fertigung und Modernisierung über den ganzen Lebenszyklus des Systems ist bereits mehrfach unter Beweis gestellt worden. Ein Faktor, welcher bei der slowakischen Entscheidung ein hoher Stellenwert zugeschrieben wird.

In Zukunft gilt es abzuwarten, welche weiteren Anbieter sich in der laufenden Marktsichtung präsentieren werden. Ein potentieller Kandidat ist der von BAE Systems entwickelte CV90, welcher neben dem Lynx und dem ASCOD auch als möglicher Nachfolger für die Schützenpanzer der tschechischen Streitkräfte im Rennen ist.

Kristóf Nagy