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Die neue Fahrzeugfamilie für die Spezialkräfte der Bundeswehr wird auf Basis der GRF 5.12 Plattform von Defenture entwickelt, dies gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt.

Im Vorfeld hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) mit dem niederländischen Spezialisten für Spezialkräftefahrzeuge einen Rahmenvertrag für die Entwicklung und Lieferung einer missionsspezifisch anpassbaren Fahrzeugfamilie für die Spezialkräfte der Bundeswehr geschlossen, S&T berichtete.

„Die gewählte Plattform ist der Defenture Mammoth, ein 9-Tonnen-Fahrzeug, das auf der bewährten GRF 5.12-Plattform basiert. Die niederländischen Korps Commandotroepen (KCT) und andere Länder setzen diese Plattform ebenfalls ein. Dank des modularen Aufbaus der allradgetriebenen, äußerst mobilen Fahrzeuge ist eine bestmögliche Vorbereitung auf den vorgesehenen Einsatzzweck möglich“, schreibt das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Die Fahrzeuge werden laut Defenture mit unterschiedlichen Systemen, darunter beispielsweise Schusserkennungssysteme, Funkgeräte, Elektro-Optiken für kurze und weite Entfernungen, Waffenhalterungen und interne Kommunikationssysteme, ausgestattet.

Das GRF 5.12-Fahrgestell basiert auf dem Defenture Modular Design Principle-Baukastenprinzip (DMDP). Diese Technik ermöglicht es nach Angaben des Unternehmens, dieses Fahrgestell in jede Variante der einsatzbereiten Konfiguration im Bereich eines Gesamtgewichts von 3 bis 10 Tonnen zu konfigurieren. Dies ermöglicht ein hohes Maß an Familienbildung von Fahrzeugflotten und trägt auch zur Interoperabilität zwischen den Nutzernationen bei, die Defenture Fahrzeuge in unterschiedlichen Konfigurationen einsetzen.

Das GRF 5.12-Fahrgestell basiert auf dem Defenture Modular Design Principle-Baukastenprinzip. (Graphik: Defenture)

AGF 2 und UFK

Die neue Fahrzeugfamilie der Spezialkräfte soll das derzeit im Kommando Spezialkräfte in Nutzung befindliche Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug Serval ersetzen, welches in Kürze sein Nutzungsende erreicht. Die Bundeswehr hatte 21 dieser Fahrzeuge beschafft. Daneben sollen die neuen Fahrzeuge eine Fähigkeitslücke im Bereich der taktischen Unterstützung von Spezialkräften schließen. Bis dato gibt es dafür kein adäquates Transportfahrzeug in der Bundeswehr.

Beispiel einer möglichen Fahrzeugfamilie auf Basis der GRF 5.12-Plattform. (Graphik: Defenture)

Der jüngst unterzeichnete Rahmenvertrag sieht vor, dass bis zu 80 Fahrzeuge der neuen Fahrzeugfamilie in den Versionen „Mittleres Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug Spezialkräfte“ (AGF 2) und „Mittleres taktisches Unterstützungsfahrzeug Kommando Spezialkräfte“ (UFK) beschafft werden können. Im Vorfeld sollen den Angaben von Defenture zufolge vier Fahrzeuge in unterschiedlichen Versionen für die integrierte Nachweisführung an die Bundeswehr geliefert werden. Dazu sollen unterschiedliche Systeme in die Fahrzeuge integriert werden. „Zusammen mit seinen Industriepartnern wird Defenture der Bundeswehr auch mit Dienstleistungen, Unterstützung und Schulungen über die gesamte Lebensdauer der Fahrzeuge zur Seite stehen“, so das Unternehmen.

S&T Informationen zufolge plant die Bundeswehr derzeit ab 2023 jedoch nur 49 der 80 möglichen Fahrzeuge zu beschaffen, Voraussetzung dafür ist ein erfolgreicher Abschluss der Nachweisführung und die Billigung der dafür benötigten Haushaltsmittel. Die aus 49 Fahrzeugen bestehende Fahrzeugflotte würde dann dem Vernehmen nach 2024 und 2025 dem Kommando Spezialkräfte zulaufen und sich wie folgt zusammensetzen:

  • 26 Fahrzeuge in der Variante Aufklärungs-/Gefechtsfahrzeug (AGF 2),
  • acht Feuerunterstützungsfahrzeuge mit einer 20-mm-Maschinenkanone sowie
  • 15 Unterstützungsfahrzeug Kommando (UFK).

Waldemar Geiger