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Das aus der südafrikanischen Paramount Group und dem kasachischen Kazpetromash bestehende Joint Venture mit der Bezeichnung Kazakhstan Paramount Engineering (KPE) gab letzte Woche bekannt, dass das vierjährige Entwicklungs- und Erprobungsprogramm des geschützten 8×8 Fahrzeuges Barys erfolgreich abgeschlossen wurde. Von der Einbeziehung des kasachischen Verteidigungsministeriums in die Erprobung erhofft sich KPE eine zukünftige Beschaffung durch das zentralasiatische Land.

Der Barys ist bereits das zweite Projekt von KPE im Fahrzeugsegment. Seit 2017 lieferte das Unternehmen bereits eine nicht näher benannte Anzahl an geschützten Marauder 4×4 in der an die kasachischen Bedingungen angepassten Version unter der Bezeichnung Arlan. Auf Basis des 2016 vorgestellten Mbombe 8 entstand ein ebenfalls auf die lokalen Bedingungen zugeschnittener Entwurf.

Der Barys 8×8 ist ein vielseitiges Fahrzeug, welches in der Grundkonfiguration für einen Fahrer, Richtschützen und Kommandant, sowie acht Infanteristen mit persönlicher Bewaffnung und Ausrüstung ausgelegt ist. Im Schwerpunkt der Entwicklung lag neben dem ballistischen Schutz die hohe Beweglichkeit, welches im bergigen Gelände Kasachstans mit wenigen befestigen Straßen eine Herausforderung darstellt. Der 450 PS Sechszylinder Turbodiesel beschleunigt das bei voller Zuladung 28 Tonnen schwere Fahrzeug auf befestigten Straßen auf bis zu 110 km/h. Die angesprochene Beweglichkeit wird zudem durch die 45 cm Bodenfreiheit erhöht. Der ballistische Schutz gegen Beschuss entspricht STANAG 4569 Level 3. Eine Besonderheit stellt der STANAG Level 4a entsprechende Schutz gegen Minen und IEDs dar. Dieser wird durch einen flachen Unterboden erreicht, wodurch das Fahrzeug bei genannter Bodenfreiheit trotzdem nur 2,4 m hoch ist.

Als Bewaffnung stehen unterschiedliche Optionen zur Verfügung. In der aktuellen Version findet in einem ferngelenkten AU-220M Turm aus russischer Fertigung eine stabilisierte Maschinenkanone 2A72 im Kaliber 30 mm x 165 zusammen mit zwei 7,62 mm x 54R PKT(M) Maschinengewehren Platz. Zudem ist ein 81-mm-Werfer für die Gefechtsfeldbeleuchtung oder Nebelgranaten eingebaut. Laut Hersteller ist auch die Integration von nicht näher benannten Panzerabwehrlenkflugkörpern angedacht. Die Struktur des Barys bietet des Weiteren viel Platz und Traglast für weitere Optionen. So wurden in den Mbombe 8 bereits Maschinenkanonen bis zum Kaliber 57 mm erfolgreich integriert.

Der Vorstandsvorsitzende der Paramount Group John Craig erhofft sich indes von den umfangreichen Erprobungen eine baldige Einführung bei den kasachischen Streitkräften. Diese haben in den letzten Jahren mehrere Versuche unternommen die in zunehmen obsoleten BTR-80 zu ersetzen. So wurde versuchsweise sogar einige BTR-3 aus der Ukraine beschafft. Durch den hohen Anteil an Wertschöpfung im eigenen Land hat KPE mit seinem Fahrzeug jedoch zweifelsohne eine gute Ausgangsposition, um einen Auftrag zu erhalten.

Kristóf Nagy