StartMobilitätProduktionsbeginn des leichten taktischen Transportfahrzeugs für Belgien

Produktionsbeginn des leichten taktischen Transportfahrzeugs für Belgien

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Mit leichter Verspätung hat beim britischen Fahrzeughersteller Jankel die Serienproduktion der 199 vor drei Jahren bestellten leichten taktischen Transportfahrzeuge (LTTV) für die belgischen Streitkräfte begonnen.

Das belgische Verteidigungsministerium hatte zuvor nach Bestehen der vorläufigen technischen Abnahme grünes Licht für den Start der Serienproduktion gegeben. Binnen neun Monaten (bis zum dritten Quartal 2022) sollen die Fahrzeuge aus der eigens dafür eingerichteten Produktionsstätte ausgeliefert werden, wie Jankel mitgeteilt hat.

Jankel hat das LTTV auf dem 4×4-Fahrgestell eines Unimog U5000 von Daimler aufgebaut, das serienmäßig mit einem 163-kW-Vielstoffmotor (Euro 3) ausgestattet ist. Über ein halbautomatisches Getriebe werden die Räder an den beiden schraubengefederten Portalachsen angetrieben. Fahrerhaus und (Missions-)Aufbau sind von Jankel konstruiert. Dabei wurden soweit möglich bewährte Serienbaugruppen von Daimler verwendet. Die offene Kabine basiert auf einer Panzerwanne, deren Schutz durch gepanzerte Türen und eine klappbare, geteilte Frontscheibe mit Panzerglas ergänzt werden kann.

Kennzeichen des LTTV sind die leicht austauschbaren Missionsmodule. Die Module sind mit vier Standard-ISO-Drehverschlüssen am Chassis befestigt. Vorgesehen sind 167 Module für den Transport von Truppen und Spezialkräften, acht Ambulanz-Module und 24 Logistikmodule für den Lastentransport. In der Konfiguration als Truppentransporter mit gepanzerter Bodenplatte können bis zu sechs Personen transportiert werden. Eine zentrale Ringlafette für leichte und schwere Maschinenwaffen und ein klappbarer Überrollschutz sind weitere Merkmale. Damit ist der Transport der Fahrzeuge in der C-130 und A400M sowie als Außenlast mit der CH-47 möglich. Das Ambulanzmodul ist für zwei Krankentragen und zwei Betreuer ausgelegt mit Zugang über zwei Hecktüren. Die Module, in denen Personen transportiert werden, können durch Schutzmodule an die Bedrohung angepasst werden. Das Lastenmodul bietet eine offene Ladefläche.

Das Basisfahrzeug kommt auf ein Leergewicht von 6,5 Tonnen. Die modulabhängige Nutzlast kann bis drei Tonnen erreichen, den Schutz eingeschlossen.

Jankel will das LTTV auch in anderen Ländern vermarkten. Dazu hat das Unternehmen zusammen mit Daimler weitere Optionen entwickelt wie eine Selbstbergungswinde, Tarnbeleuchtung, ein Kälte- und Hitzepaket sowie Notlaufeigenschaften, die in das modulare Chassis integriert werden können.

Gerhard Heiming