StartBewaffnungHE 448: Schweden bestellt neue programmierbare Sprengmunition für die Carl Gustaf

HE 448: Schweden bestellt neue programmierbare Sprengmunition für die Carl Gustaf

Thomas Nielsen

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Die schwedische Rüstungsbeschaffungsagentur FMV hat aus einem bestehenden Rahmenvertrag mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab eine neue Sorte der Sprengmunition für das schultergestützte Waffensystem Carl Gustaf im Wert von etwa 80 Millionen Euro abgerufen. Dies teilten die FMV und Saab gestern in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

Der Auftrag umfasst die neue programmierbare Sprengmunition des Typs HE448, die mit dem Feuerleitsystem FCD 558 zusammenarbeitet, das die FMV bereits letztes Jahr bei Saab bestellt hat. Die Munitionslieferung soll im Zeitraum 2023-2025 erfolgen.

Der schwedische Rüstungskonzern hat die neuen Fähigkeiten der Munition und der kampfwertgesteigerten Carl Gustaf erstmal letzte Woche einem Fachpublikum vorgestellt, S&T berichtete.

Die jüngsten Version der Carl Gustaf M4 setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Dem Feuerleitrechner „Fire Control Device (FCD) 558“, einer Zieloptik bestehend aus Komponenten von Hensoldt und Aimpoint sowie der programmierbaren High-Explosive (HE)-Munition mit der Bezeichnung HE 448.

Laut Saab kann die HE448 mit dem Feuerleitrechner mittels eines neuen Protokolls mit der Bezeichnung Firebolt kommunizieren. Dabei leitet die Munition unter anderem Daten zum Munitionstyp und zur Temperatur des Treibmittels weiter. Das FCD berechnet dann hieraus und der Entfernung zum Ziel die beste Schussbahn. Zünd-Modi für die neue Munition sind Saab-Angaben zufolge Aufschlag, Verzögerung oder Luftsprengung.

Die neue HE 448 soll gegenüber der Vorgänger-Munition des Typs HE 441 nicht nur eine größere Reichweite von 1.200 Metern und ein geringeres Gewicht aufweisen, sondern auch über mehr Splitterfragmente verfügen, wodurch eine Fläche von etwa 400 Quadratmetern abgedeckt werde. Außerdem wurde die Sprengwirkung gegenüber der HE 441 erhöht.

Thomas Nielsen