StartBewaffnungUS-Streitkräfte bestellen Panzerabwehrlenkflugkörper Javelin im Wert von über 300 Millionen US-Dollar

US-Streitkräfte bestellen Panzerabwehrlenkflugkörper Javelin im Wert von über 300 Millionen US-Dollar

Waldemar Geiger

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Die US-Streitkräfte haben das Javelin Joint Venture (JJV, Lockheed Martin und Raytheon) mit der Herstellung und Lieferung von Panzerabwehrlenkflugkörpersystemen des Typs FGM-148 Javelin mit einem Gesamtauftragsvolumen von über 311 Millionen US-Dollar beauftragt. Wie aus einer gestrigen Mitteilung des US-Verteidigungsministeriums weiter hervorgeht soll die Lieferung der für die U.S. Army sowie die Streitkräfte Litauens und Jordaniens bestimmten Systeme bis zum 30 November 2026 abgeschlossen werden. Über die genaue Version der beschafften Systeme wurden keine Angaben getätigt.

Die Javelin wurde 1996 als mittleres Panzerabwehrlenkflugkörpersystem in die US-Streitkräfte eingeführt und seitdem immer wieder unter anderem hinsichtlich Leistung des Gefechtskopfes und der Reichweite verbessert. Die USA haben mehrere Tausend dieser Panzerabwehrsysteme an die Ukraine geliefert sowie zukünftige Lieferungen zugesagt.

Ende 2020 ist das F-Model der Javelin in Serienproduktion gegangen, sie stellt die sechste Leistungssteigerung des Systems dar. Ein neuer Mehrzweck-Gefechtskopf mit vorfragmentierten Splittern und Hohlladung kann erfolgreich gegen konventionelle und reaktive Panzerung und gegen leicht gepanzerte / ungepanzerte Ziele eingesetzt werden. Die Reichweite wurde auf 4.000 Meter gesteigert. Dazu erhielt die leichter gewordene Lenk- und Abschusseinheit (Command Launch Unit, CLU) eine verbesserte Optik, die das Erkennen und Verfolgen von Zielen auf diese Entfernung erleichtert.

Für den fire-and-forget-Flugkörper wird das Ziel mit der Tageslicht- oder (gekühlter) Wärmebildoptik aufgeklärt. Nach Grob-Anvisieren wird auf den bildgebenden Sensor des Suchkopfs umgeschaltet und das Ziel markiert. Nach Abfeuern steuert sich der Flugkörper ins Ziel. Zwei Angriffsarten sind möglich: direkt, mit Flughöhe bis 60 m auf Front-, Heck oder Seitenflächen und überhöht, mit Flughöhe 160 Meter und steilem Anflug auf die Oberseite des Fahrzeugs.

Waldemar Geiger