StartFührung & KommunikationTschechische Artillerie erhält FüWES ADLER III

Tschechische Artillerie erhält FüWES ADLER III

Gerhard Heiming

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Die Tschechische Republik erhält für die Feuerleitung ihrer Artilleriesysteme das Führungs- und Waffeneinsatzsystem (FüWES) ADLER (Artillerie-, Daten-, Lage-, Einsatz-, und Rechnerverbund) von der ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH. Die ESG hat mitgeteilt, dass das Unternehmen Anfang Dezember mit dem staatlichen Militär-Technischen Instituts der Tschechischen Republik (Vojenský technický ústav, s.p.; VTU) einen Vertrag zur Lieferung des „Automated Fire Control System and Support“ (AFCS) abgeschlossen hat.

Das AFCS ist eine an die spezifischen Anforderungen der tschechischen Streitkräfte angepasste Version des FüWES ADLER III, das die Bundeswehr entwickelt hat und das von der ESG weiterentwickelt und gepflegt wird, schreibt die ESG. Im Rahmen einer Lizenzvereinbarung vertreibe das Unternehmen das FüWES ADLER international, wodurch die Bundeswehr bei einem Verkauf von Lizenzeinnahmen profitiert.

Die deutsche Artillerie setze ADLER seit mehr als 25 Jahren ein, so die ESG weiter. Mit ADLER III stehe der Artillerie ein durchgängiger und echtzeitfähiger Sensor-to-Shooter-Verbund zur Verfügung, der auf die Sensoren und Effektoren der Artillerie, der Luftwaffe und Marine deutscher und verbündeter Streitkräfte zurückgreifen kann. Damit unterstütze die ESG die deutsche Artillerie umfassend bei der Realisierung zentraler (Digitalisierungs-)Projekte im Zusammenhang mit der streitkräftegemeinsamen, taktischen Feuerunterstützung (STF).

Neben Deutschland und Tschechien gehören auch Litauen und die Schweiz seit Jahren zu den ADLER-Nutzernationen.

Die ESG liefert nach eigenen Angaben – mit Unterstützung durch die tschechische Partnerfirma RETIA – eine aktuelle Standardversion zur Installation an der Militäruniversität Tschechiens in Brünn noch in diesem Jahr. Die Version zur Nutzung in den tschechischen Streitkräften soll 2024 ausgeliefert werden.

Die tschechischen Streitkräfte verfügen derzeit über vierzig Jahre alte 152-mm-Haubitzen auf geschützten 8×8-Radfahrzeugen, von denen ein erheblicher Anteil an die ukrainischen Streitkräfte abgegeben worden ist. Als Ersatz und zur Modernisierung der Artillerie hat Tschechien bei Nexter insgesamt 62 Radhaubitzen CAESAR mit 155-mm-NATO-Standardkaliber bestellt. Die ersten vier Haubitzen – aus französischer Produktion – sollen 2024 ausgeliefert werden. Die restlichen 58 Haubitzen werden in Tschechien produziert und sollen bis 2026 der Truppe zur Verfügung stehen.

Gerhard Heiming