StartMobilitätGDELS stellt Demonstrator eines Radspähpanzers auf Basis des Pandur Evolution vor

GDELS stellt Demonstrator eines Radspähpanzers auf Basis des Pandur Evolution vor

Waldemar Geiger

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Der Pandur Evolution 6×6 gehört zu den leistungsfähigsten gepanzerten Fahrzeugen seiner Klasse. Im Rahmen der am 30. und 31. August 2023 in Koblenz stattfindenden RüNET 2023 hat General Dynamics European Land Systems (GDELS) nun eine Radspähpanzervariante des Pandur Evolution vorgestellt, welches offensichtlich auf das Bundeswehrvorhaben Spähfahrzeug Neue Generation abzielt.

Mit dem gezeigten Fahrzeug will GDELS eine Möglichkeit zeigen, wie ein zukünftiges Spähfahrzeug risikoarm und schnell realisiert werden kann, indem ein serienreifes und in Nutzung befindliches Fahrzeug – der Pandur Evolution – als Basis genommen wird und mit geringfügigen Adaptionen, dazu zählt Sensorik, Bewaffnung und Schwimmfähigkeit, an die Forderungen der Truppe angepasst wird.

Pandur Evolution

Der Pandur Evolution ist im Vergleich zu anderen 6×6-Radpanzern besonders stark motorisiert und verfügt daher über die Grundvoraussetzung für die Mobilitätsanforderungen an einen Radspähpanzer. Das etwa 18,6 Tonnen schwere Fahrzeug – davon bis zu 4,5 Tonnen Nutzlast – wird von einem 8,9 Liter Cummins ISLe 450 6-Zylinder-Dieselmotor mit 335 kW Leistung über einen ZF 6-Gang-Getriebeautomaten angetrieben und erreicht Höchstgeschwindigkeiten von 82 km/h (Gelände) bzw. 118 km/h (Straße). Das Leistungsgewicht beträgt 17,6 kW/t, was dem Pandur GDELS zufolge sowohl auf der Straße, als auch im Gelände eine in der Fahrzeugklasse unerreichte Agilität verleiht. Dazu trägt auch die Einzelradaufhängung samt des so genannten Automatic Drivetrain Management mit 100 Prozent Sperrwirkungsgrad bei. Dieses bietet GDELS zufolge „ein vollautomatisches Antriebsstrangmanagement (Aktivierung und Deaktivierung von Allradantrieb, Längs-/Quersperren) mit möglicher manueller Teil- oder Vollübersteuerung“. Technisch ist wohl auch eine amphibische Mobilität des Pandur Evolution laut GDELS umsetzbar.

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Das Fahrzeug ist inklusive des Minenschutzes und der Zusatzpanzerung von Rheinmetall Protection Systems – Schutzklasse gemäß STANAG 4569 Level 3 ballistisch – nur 2,6 Meter breit und 2,2 Meter hoch, womit die Fähigkeit zum Lufttransport in einer C-130 H/J gegeben ist. Eine Explosionsunterdrückungsanlage, ein entkoppelter Fußboden (als Teil des Minenschutzes; bietet gleichzeitig einen Mehrwert für den Besatzungskomfort und die Ergonomie) und eine ABC-Schutzbelüftung tragen zum hohen Schutzniveau bei.

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Variante Radspähpanzer

Der in Koblenz vorgestellte Demonstrator des Radspähpanzers wurde mit einem unbemannten Turm vom Typ UT-30 des israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems und einer Bushmaster-30-mm-Maschinenkanonne gezeigt. Es ist aber auch eine Bewaffnung mit einer 25-mm-Waffenanlage möglich. Optional ist auch die Einrüstung von Panzerabwehrlenkflugkörpersystemen.

Eine weitere Modifikation zur im Bundesheer genutzten APC-Variante ist das Sensorikpaket, welcher die Basis für die Spähfähigkeit bildet. Ein bis auf eine Höhe von vier Metern ausfahrbarer Spindelmast trägt eine Hensoldt Elektro-Optik vom Typ BAAIII.

Zudem verfügt das Fahrzeug über einen Zusatztank, der die Reichweite des Fahrzeuges auf über 1.000 Kilometern erhöht.

Im Inneren des Fahrzeuges sind Bedienerplätze für Kraftfahrer, Kommandant und Richtschützen sowie einen Sensorikbediener und bis zu zwei weiteren Arbeitsplätzen vorhanden. Ein Serviceluke soll zudem die Möglichkeit bieten das Fahrzeug auch über Lucke zu führen.

Waldemar Geiger