StartBewaffnungSturm- und Scharfschützengewehre von C.G. Haenel für die Ukraine

Sturm- und Scharfschützengewehre von C.G. Haenel für die Ukraine

Jan-Phillipp Weisswange

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Im Rahmen der Ertüchtigungshilfe erhalten die ukrainischen Streitkräfte offenbar MK 556 Sturmgewehre sowie HLR338 Scharfschützengewehre von C.G. Haenel.

So gab die Bundesregierung bekannt, 2023 noch 15 Scharfschützengewehre des Typs HLR338 an das osteuropäische Land zu liefern. Dazu werden außerdem 60.000 Schuss Munition für die Präzisionswaffe übergeben. Für das nächste Jahr sind weitere 435 HLR338 und 9,9 Millionen Schuss Munition vorgesehen.

Das HLR338 nutzt das Kaliber 8,6 mm x 70 alias .338 LapuaMagnum und verfügt über ein 690 mm langes Rohr und eine Dreikammer-Mündungsbremse. Dank einer einklappbaren Schulterstütze lässt sich die Waffe von 1.275 mm Gesamtlänge auf 1.020 mm verkürzen. Ohne Anbauteile und Optik wiegt die HLR338 6.800 Gramm. Der Präzisionsabzug lässt sich nach Kundenwünschen hinischtlich Länge, Vorweg und Gewicht justieren und bricht bei 10 – 20 Newton. Die Magazinkapazität liegt bei zehn Patronen. Eine lange intergirerte NAR-Schiene sowie ein Handschutz mit NAR-Schiene und M-LOK-Schnittstellen ermöglicht die Montage von Optiken und Peripheriegerät.

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Beim HLR338 handelt es sich um die Nachfolgegeneration der bewährten RS8/RS9-Waffenfamilie. Deren Mitglied RS9 leistet unter anderem bei den Spezialkräften der Bundeswehr als Scharfschützengewehr G29 Dienst.

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Beim HLR338 handelt es sich um die Nachfolgegeneration der bewährten RS8/RS9-Waffenfamilie. Deren Mitglied RS9 leistet unter anderem bei den Spezialkräften der Bundeswehr als Scharfschützengewehr G29 Dienst. (Foto: Jan-Phillipp Weisswange)

Das deutsche Kommando Spezialkräfte des Heeres beteiligt sich ebenfalls an der Ausbildungsunterstützung für die ukrainischen Streitkräfte. Wie die deutschen Streitkräfte in einem Beitrag vom 4. Dezember 2023 auf bundeswehr.de berichten, erhalten ukrainische Spezialkräfte (UKR SOF) einen mehrwöchigen Basislehrgang in Deutschland. Nach dem „Train & Equip“-Ansatz erfolgt die Ausbildung von Multiplikatoren, die ihre erworbenen Kenntnisse im Heimatland bei der Aus- und Fortbildung weitergeben zu können. „Der Fokus liegt inhaltlich auf taktischer Landmobilität und dem Kampf eines oder mehrerer Kommandotrupps im bebauten Gelände, auf Militärenglisch ‚Close Quarter Battle‘“, heißt es in dem Bundeswehrbericht.

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Die ukrainischen Spezialkräfte trainieren mit einem AR-15-Derivat, das aufgrund eindeutiger äußerlicher Merkmale als MK556 erkennbar ist. Als Zielhilfe dient offensichtlich ein Rotpunktvisier des Typs MPS der Steiner Optik GmbH aus Bayreuth. (Foto: Bundeswehr)

Auf den Bildern im Bericht kommt augenscheinlich ein weiteres Produkt der Suhler Waffenschmiede C.G. Haenel zum Vorschein. So trainieren die ukrainischen Spezialkräfte mit einem AR-15-Derivat, das aufgrund eindeutiger äußerlicher Merkmale als MK556 erkennbar ist. Als Zielhilfe dient offensichtlich ein Rotpunktvisier des Typs MPS der Steiner Optik GmbH aus Bayreuth. Über Details macht der Bericht keine näheren Angaben. So heißt es lediglich, dass Ausrüstung und Waffen „unter anderem Lieferungen aus der Industrie“ entstammen und zu Beginn des Lehrgangs ausgegeben werden. „Uniformen, persönliche Ausrüstung vom Rucksack bis zum Nachtsichtgerät sowie verschiedene Handwaffen gehören zu dem Paket.“ Als weitere Handwaffen sind in dem Bericht das MG3 und das MG5 zu sehen.

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Als weitere Handwaffen sind in dem Bericht das MG3 und das MG5 zu sehen. (Foto: Bundeswehr)

Mit der Motivation und den Ausbildungserfolgen ihrer ukrainischen Kameraden zeigt sich die Bundeswehr offensichtlich zufrieden. „Die ukrainischen Soldaten sind hoch motiviert, sehr wissbegierig und lernwillig“, so wird der Ausbildungsleiter zitiert. Auch habe sich der „Train & Equip“-Ansatz voll bewährt.

Jan-Phillipp Weisswange