Die spanische Indra-Gruppe hat am 30. Juli 2025 eine Vereinbarung unterzeichnet, mit der die Übernahme des Produktionswerks von Duro Felguera in Gijón im spanischen Asturien offiziell abgeschlossen wurde. Diese umfasst auch die Übernahme der 156 Fachkräfte des Werks mit dem Ziel, das Werk zu einer der modernsten Fabriken für Militärfahrzeuge und Panzer in Europa umzugestalten.

Indra erweitert damit seine industriellen Kapazitäten und positioniert sich als Referenz im spanischen und europäischen Verteidigungssektor, so das Unternehmen in seiner Pressemitteilung. Außerdem mache es den ersten Schritt, um Asturien zum Zentrum seiner gesamten Produktion von Landplattformen zu machen – einem Bereich, in dem modernste Technologien zum Einsatz kämen und der aufgrund der steigenden Nachfrage in Spanien und auf dem übrigen europäischen Markt ein enormes Wachstumspotenzial aufweise.
Indra will Beitrag zur Souveränität Spaniens leisten
Der CEO der Indra-Gruppe, Ángel Escribano, betonte: „Der heutige Tag markiert den Beginn der von mir angekündigten Verpflichtung, die Herstellung hochwertiger militärischer Landfahrzeuge in Asturien unter Verwendung von 100 Prozent spanischer Technologie durch Indra Land Vehicles zu bündeln. Dies spiegelt unser Engagement für spanische Talente und inländische Fertigungskapazitäten in einer Region mit einer langen und reichen Industriegeschichte wider, die wir wiederbeleben müssen, mit einem Netzwerk aus erfahrenen Zulieferern und hochspezialisierten Fachkräften, die unser Land braucht.”
José Vicente de los Mozos ergänzte: „Diese Übernahme steht im Einklang mit der Stärkung unserer industriellen Kapazitäten, einem der Ziele unseres Strategieplans ‚Leading the Future‘, der uns helfen wird, weiter zu wachsen und wettbewerbsfähiger zu werden. Wir müssen in der Lage sein, mehr und schneller zu produzieren, um unsere operative Autonomie zu stärken und gleichzeitig unseren Beitrag zur Souveränität Spaniens und Europas zu leisten.“
Modernisierung und Ausbau geplant
Nach Abschluss der Transaktion fand eine Feier statt, um die 156 Fachkräfte des Werks bei Indra willkommen zu heißen. Sie verfügen über weitreichende Erfahrung in komplexen Aufgaben für die Konstruktion und Herstellung von schweren Industrieteilen und werden nun von Indra für die Arbeit an Verteidigungsprojekten geschult. Das Unternehmen wird außerdem erheblich in die Modernisierung der Maschinen und Anlagen sowie in die Neukonfiguration der Produktionsbereiche investieren.

Die Industrieanlage umfasst 75.000 Quadratmeter, davon 23.000 Quadratmeter überdachte Fläche, die Indra modernisieren wird, um neue Fertigungs- und Montagelinien für alle Arten von Militär-, Ketten- und Radfahrzeugen zu installieren. Indras Pläne sehen ein nachhaltiges Wachstum des Werks vor, mit dem Ziel, eine Vorreiterrolle für Spaniens Beteiligung an den multinationalen Programmen zu übernehmen, die in den kommenden Jahren zur Entwicklung modernster Panzer entstehen werden und den Einsatz fortschrittlicher Produktionsprozesse erfordern, wie sie für die Industrie 4.0 typisch sind.
Auch Ausweitung des Geschäftes mit taktischen UAVs
Erst ein paar Tage zuvor hatte die Indra-Gruppe die Übernahme von Aertec Defence & Aerial Systems (DAS), einem auf unbemannte Flugsysteme spezialisierten Unternehmen, bekanntgegeben. Dieser Geschäftsbereich des Luft- und Raumfahrtunternehmens Aertec Solutions S.L. (AERTEC) hat sich in Spanien nach Unternehmensangaben zu einer Referenz für die Entwicklung kompletter mittelgroßer unbemannter Flugsysteme (UAS) mit einem Gewicht von bis zu 150 Kilogramm entwickelt.

Besonders hervorzuheben sei die TARSIS-Familie taktischer Systeme, die bereits von den spanischen Streitkräften getestet und in deren Lösungen integriert wurde. Die Komplementarität der Geschäftsbereiche beider Unternehmen stärkt Indra zufolge die eigene Position bei der Verfolgung neuer Geschäftsmöglichkeiten durch das von der EU initiierten Programm „ReArm Europe“, das mit 800 Milliarden Euro ausgestattet ist und Drohnen als eine wichtige zu entwickelnde Fähigkeit identifiziert.
Die technischen Fähigkeiten von Aertec DAS und seine TARSIS-UAS-Familie – mit eigenem Design und eigener Technologie für Beobachtungs- und Überwachungsanwendungen, geringem technologischen Risiko und einzigartigen Funktionen – seien Schlüsselelemente zur Beschleunigung der Umsetzung dieser Strategie. Die Integration werde die Schaffung eines Drohnentechnologiezentrums in Sevilla mit industriellen und technischen Fähigkeiten erleichtern.
André Forkert




