StartStreitkräftePistorius folgt Merz: Vorführung "Wie das Heer kämpfen wird"

Pistorius folgt Merz: Vorführung „Wie das Heer kämpfen wird“

Nach Bundeskanzler Friedrich Merz am vergangenen Donnerstag hat am gestrigen Montag auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius das Heer in Munster besucht und die Vorführung „Wie das Heer kämpfen wird“ verfolgt. Die Truppe zeigte dabei, wie ein Krieg der Zukunft von den Landstreitkräften in ihrer Domäne bewältigt werden müsste. „Allen hier ist dabei bewusst, dass es eine rasante Weiterentwicklung in allen Systembereichen gibt“, sagte Pistorius anschließend. „Das erleben wir täglich in der Ukraine, das erleben wir an den verschiedenen Entwicklungen in den verschiedenen technischen Domänen. Das gilt vor allem, aber nicht nur, für Drohnen aller Art.“

Diese Entwicklungen zu antizipieren sei eine schwere Aufgabe. Es gehe auch um Satelliteninternet, Radar, GPS, künstliche Intelligenz und KI-gestützte Auswertung von Sensoren. All das spiele im Kriegsgeschehen heute eine immer größere, sogar omnipräsente Rolle. „Das heißt, der Schutz der eigenen Kräfte beim Vorrücken, beim Verteidigen wird immer anspruchsvoller“, so der Minister. „Entsprechend höher muss das Operationstempo als solches sein. Zweitens, durch die Möglichkeit, auf weite Entfernung präzise zu wirken, gibt es auf dem Gefechtsfeld heute praktisch keine geschützten oder sicheren Räume mehr.“

Pistorius: „Sturmgewehr und KI-Drohne gleichzeitig“

Hochtechnologie und günstige Massenware, traditionelle und moderne Mittel, müssten dabei gleichzeitig eingesetzt werden können. „Und wir sehen eben beides, das Sturmgewehr und die KI-Drohne gleichzeitig“, sagte Pistorius. „Moderne Technologie und bewährte militärische Exzellenz müssen sich ergänzen. Was bedeutet das für den Weg nach vorne? Wir müssen den Aufbau der Fähigkeiten, die besonders dringlich gebraucht werden, gezielt weiter vorantreiben und immer wieder anpassen an die sich neuen ergebenden technologischen Entwicklungen. Sei es zum Beispiel beim Schutz gegen Bedrohungen aus der Luft oder bei der tiefen Integration unbemannter Systeme in allen Domänen.“

Dazu werde man auch weiterhin marktverfügbare Zwischentechnologien prüfen, um Fähigkeiten schneller aufbauen. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, fügte hinzu: „Das, was Sie hier gesehen haben, das ist real. Das ist das Gefechtsbild, von dem wir überzeugt sind, dass sich das so in die Zukunft entwickelt, dass wir dem gegenüberstehen werden.“ Man habe sich diese Erkenntnisse bei der Vorbereitung auch hart erarbeitet: „Hätten Sie mich am ersten Tag unserer Lehr- und Versuchsübungen gefragt, ob das so aussehen wird, wie das heute am Ende aussah, hätte ich Ihnen gesagt, nee, da hatten wir völlig andere Vorstellungen.“

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In über drei Wochen habe man intensiv gelernt, mit den Systemen, die man bereits habe, die in der Einführung seien und mit denen man noch im Versuchsstadium sei, unter Einbeziehung von mehr als 1.000 Kompaniechefs, Bataillons-, Brigade- und Divisionskommandeuren, verbündeten Streitkräften und der Industrie hier in Munster ein schlüssiges Gesamtbild herzustellen. Schritt für Schritt werde man auch versuchen, die Zwischenlösungen in den fünf Handlungsfeldern indirekte Wirkung, Schutz vor Bedrohung aus der Luft, elektromagnetischer Kampf und Integration unbemannter Systeme, das Ganze verbunden durch Digitalisierung, in die Realisierung zu bringen.

Redaktion/sab