Die U.S. Coast Guard wird zum 1. Oktober ein neues Spezialkräftekommando mit Sitz an ihrem C5I-Servicecenter in Kearneysville, West Virginia aufstellen – ironischerweise im amerikanischen Binnenland, recht weit entfernt von den Küsten der USA, doch in relativer Nähe zum Hauptquartier in Washington, DC. Dem Special Missions Command (SMC) werden die Deployable Specialized Forces (DSF) der Organisation unterstehen, die bislang zwischen dem Atlantik- und dem Pazifikkommando aufgeteilt sind.
Bereits zwischen 2007 und 2013 gab es mit der der Deployable Operations Group unter dem Befehl eines Kapitäns zur See in Arlington, Virginia ein solches zentrales Kommando. Aufgrund des erhöhten Einsatzaufkommens gegen Drogenschmuggel und sanktionierte Schiffe diverser „Schattenflotten“ unter der Regierung von Präsident Donald Trump sieht man nun den Bedarf, zu einer solchen Organisation zurückzukehren. Die U.S. Coast Guard ist eine offizielle Teilstreitkraft des amerikanischen Militärs, untersteht aber in Friedenszeiten dem Heimatschutzministerium (früher dem Verkehrsministerium) und hat Polizei- sowie Rettungsaufgaben zur See.
Spezialkräfte der U.S. Coast Guard
Zu den Spezialkräften, die künftig dem SMC unterstehen, gehören die Maritime Security Response Teams, Tactical Law Enforcement Teams und Maritime Safety and Security Teams. Die ersten beiden führen insbesondere Boardingoperationen durch, wobei die Tactical Law Enforcement Teams vor allem auf Einsätze gegen Drogenschmuggler und andere Schwerkriminelle fokussiert sind. Die Maritime Safety and Security Teams sind schnell per Boot verlegbar, um Häfen und andere maritime Infrastruktur zu sichern oder auf Terrorangriffe und Sabotageaktionen zu reagieren.
Für die ständige Sicherung solcher Einrichtungen kommen die Port Security Units der Coast Guard zum Einsatz. Die drei Regional Dive Lockers sind die Heimat der Küstenwachtaucher für Sicherungs-, aber auch Reparatur- und Instandhaltungseinsätze unter Wasser, selbst in arktischen Regionen. Schließlich gibt es noch die technisch am höchsten spezialisierte National Strike Force mit drei Teams für komplexe Krisen und Naturkatastrophen wie Öl- und anderen Gefahrstoffunfällen, einschließlich mit chemischen, biologischen und nuklearen beziehungsweise radiologischen Substanzen.
Die Spezialkräfte der Coast Guard unterstützen auch andere Organisationen innerhalb des Heimatschutz- und Verteidigungsministerium in maritimen Lagen. So halfen sie sowohl bei der Jagd auf einen Öltanker der russischen Schattenflotte von der Karibik bis in den Atlantik Anfang des Jahres als auch beim kürzlichen Aufbringen iranischer Blockadebrecher im Indischen Ozean. Mit dem Haushaltsentwurf für 2027 will die Küstenwache ihren Personalumfang um 130 Kräfte erhöhen.
Stefan Axel Boes












