StartBewaffnungP320: Wendung im "Selbstschuss"-Fall bei U.S. Air Force

P320: Wendung im „Selbstschuss“-Fall bei U.S. Air Force

Bei der Untersuchung des Falls eines Angehörigen der U.S. Air Force (USAF), der angeblich durch einen unbeabsichtigten Schuss aus seiner Dienstpistole vom Typ P320 starb, gibt es eine Wendung. Wie ein Sprecher der Air Force am vergangenen Freitag mitteilte, wurde ein weiterer Luftwaffensoldat unter dem Vorwurf einer dienstlichen Falschaussage, Behinderung der Justiz und fahrlässiger Tötung festgenommen. Besonders der letzte Punkt wirft ein neues Licht auf die Angelegenheit.

In dieser hatten das Air Force Global Strike Command und einige Einheiten des Air Combat Command die vom US-Militär als M18 bezeichnete Kompaktversion der Waffe bis zu einer vollständigen Sicherheitsüberprüfung des Bestands für die Nutzung gesperrt (Soldat & Technik berichtete). Nach jüngeren Berichten galt das Verbot, bis die Nutzer ein Auffrischungstraining einschließlich zur sicheren Waffenbedienung durchlaufen hatten. Zur Rolle des jetzt Festgenommen gab es keine genaueren Angaben. Die USAF betonte, dass er bis zum Beweis einer Schuld als unschuldig gelte.

SIG Sauer hat Vorwürfe gegen P320 erneut zurückgewiesen

Der Vorfall ereignete sich am 20. Juli gegen 01:30 Uhr morgens während der Dienstzeit des Opfers auf der Francis E. Warren Air Force Base in Wyoming. Der 21-Jährige war in seiner ersten Verwendung als Bediener für ferngesteuerte Zielsysteme von Überwachungstürmen Mitglied der 90th Security Forces Squadron. Diese ist als Teil der 90th Security Forces Group unter anderem für den Schutz von Einrichtungen und Waffenlagern des 90th Strategic Missile Wing verantwortlich. Das Geschwader unterhält mit 250 Interkontinentalraketen vom Typ Minuteman III einen wesentlichen Teil des amerikanischen Nukleararsenals.

Bereits seit längerem gab es Klagen über ungewollte Schussabgaben bei der P320, insbesondere durch mangelnde Fallsicherheit. 2017 überarbeitete SIG Sauer die Abzugsgruppe, um dieses Problem zu beseitigen. Dennoch haben mehrere US-Behörden die Waffe inzwischen aufgrund von Vorfällen, bei denen sich angeblich Schüsse ohne Betätigung des Abzugs lösten, durch andere Modelle ersetzt. Zum jetzigen Fall erklärte SIG Sauer erneut, dass sich unter keinen Umständen ein Schuss aus der P320 lösen könne, ohne dass der Abzug nach hinten bewegt werde.

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Stefan Axel Boes