Nach Überprüfung aller Pistolen vom Typ SIG P320 in seinem Bestand hat das Global Strike Command der U.S. Air Force die dienstlich als M18 bezeichnete Kompaktversion der Waffe wieder zum Gebrauch freigegeben. Nachdem am 20. Juli ein Angehöriger der 90th Security Forces Squadron auf der Francis E. Warren Air Force Base in Wyoming angeblich durch einen unbeabsichtigten Schuss aus seiner Dienstpistole starb, hatten das für die Nuklearwaffen der Air Force verantwortliche Kommando sowie einige Einheiten des Air Combat Command den Typ zunächst gesperrt.
Wie das Global Strike Command nun am Montag dieser Woche mitteilte, wurde von 7.970 M18 lediglich bei 191 „Diskrepanzen“ festgestellt, vorwiegend durch Abnutzungserscheinungen. Diese betrafen zumeist den Sicherungshebel, die Schlagbolzen- und die Abzugsgruppe. Keine davon sei jedoch für Schießfehler verantwortlich gewesen. Die betroffenen Waffen seien unverzüglich gekennzeichnet worden und würden repariert. Bei der Inspektion seien zudem Daten über die Nutzung der Pistolen gesammelt worden, um sie mit tatsächlichen Problemen abzugleichen.
Bislang keine Probleme mit P320 aus Untersuchung bekannt
Im Zuge der Untersuchung des Todesfalls wurde vor drei Wochen ein weiterer Luftwaffensoldat unter dem Vorwurf einer dienstlichen Falschaussage, Behinderung der Justiz und fahrlässiger Tötung festgenommen (Soldat & Technik berichtete). Dies warf ein neues Licht auf die Angelegenheit, nachdem der Vorfall bereits in eine Serie angeblich ungewollter Schussabgaben bei der P320 eingereiht worden war. SIG Sauer hatte dazu erneut betont, dass sich unter keinen Umständen ein Schuss aus dieser Waffe lösen könne, ohne dass der Abzug nach hinten bewegt werde.
In der vergangenen Woche wurde zudem noch ein Angehöriger der 90th Security Forces Squadron unter dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung festgenommen. Dies scheint jedoch nicht in direktem Zusammenhang mit dem Vorfall vom 20. Juli zu stehen. Vielmehr wird der Soldat beschuldigt, am 16. August bei einem Trinkgelage in einer privaten Wohnung außerhalb der Basis gegen 03:30 Uhr morgens mit einem Sturmgewehr vom Typ AK-47 hantiert und durch eine Wand geschossen zu haben. Dabei wurde ein Mitglied einer anderen Staffel des übergeordneten 90th Missile Wing im Nebenraum getötet.
Stefan Axel Boes









