Zwei neue Lösungen für die Flugabwehr haben die schwedischen Firmen Bofors und Saab im Programm. Bofors, mittlerweile Teil von BAE Systems, hat kürzlich seine Flugabwehrkanone Tridon Mk2 auf Scania-Lkw einer Serie von Tests unterzogen. Dabei handelt es sich um die neueste Anwendung der altehrwürdigen 40 mm/L70-Familie. Bereits vor rund 30 Jahren entwickelte Bofors Tridon Mk1 auf einer 6×6-Plattform von Volvo für die schwedische Küstenartillerie, die allerdings im Jahr 2000 aufgelöst wurde. Die neue Version verwendet nun die Marinelafette Mk4 auf einem geländegängigen 6×6- oder 8×8-Fahrgestell.

Der Turm wird vollelektrisch um 360 Grad in der Seite und von -20 bis +80 Grad in der Höhe gerichtet. Er kann die gesamte Palette der eingeführten Munition einschließlich der programmierbaren 3P Mk2 mit sechs verschieden Modi gegen unterschiedliche Ziele sowie einem flügelstabilisierten Treibspiegel-Pfeilgeschoss (APFSDS-T) mit einer Durchschlagsleistung von 150 mm gewalztem Panzerstahl (RHA) verschießen. Der Vorrat an Bereitschaftsmunition beträgt 100 Schuss, die leeren Hülsen werden nach vorne ausgeworfen.
Bedarf für Flugabwehrlösungen gegen Bedrohung durch Drohnen
Die Feuerleitung erfolgt über ein Sensorpaket mit Tag- und Nachtsichtkameras sowie Laser-Entfernungsmesser auf dem Turmdach, die Steuerung aus der Fahrerkabine. Der Turm ist bereits von mehreren Ländern für Marineanwendungen bestellt, kann aber aufgrund einer eigenen Energieversorgung aber auch auf beliebigen geeigneten Landplattformen oder abgesetzt betrieben werden. Bofors hat die Integration auf Scania 8×8-Fahrgestell aus Eigenmitteln finanziert, da man offenbar nicht zuletzt aufgrund der Bedrohung durch Drohnen einen neuen Bedarf sieht. Im Februar teilte Schweden mit, das System an die Ukraine liefern zu wollen.
Speziell zur Drohnenabwehr entwickelt auch Saab den Lenkflugkörper Nimbrix, der jetzt auf der Rüstungsmesse DSEI 2025 in London vorgestellt wurde. Er soll eine kostengünstige Waffe mit aktivem Suchkopf und bis zu fünf Kilometer Reichweite werden, ähnlich der für das Flugabwehrsystem Skyranger 30 der Bundeswehr vorgesehenen Small Anti-Drone Missile von MBDA auf Basis des Leichten Wirkmittels 1800+ (Enforcer). Bei einer Länge von etwa einem Meter soll sie zwischen zweieinhalb und drei Kilogramm wiegen, wodurch sie auch tragbar würde. Gegen Einzel- oder Schwarmziele kommt ebenfalls ein 40-mm-Splittergefechtskopf zum Einsatz.
Stefan Axel Boes




