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Die digitale Vernetzung in allen Bereichen ist ein Megatrend unserer Zeit. Während Anwender von zivilen Systemen erwarten, dass diese nahtlos, nutzerfreundlich und interoperabel den globalen Austausch von Informationen ermöglichen, so stellt sich die Realisierung dessen im Kontext der militärischen Digitalisierung, als deutlich komplexer dar.

Die Herausforderung

Die Digitalisierung des Gefechtsfelds dient dem Zweck den „Nebel des Kriegs“ zu lüften. Informationen sollen dazu schnell, sicher und korrekt verfügbar sein. Daraus resultierende militärische Entscheidungen müssen ebenso übermittelt werden.

Das Zweikanal Handheld PRC-163 mit Android Team Awareness Kit (ATAK). Das Zubehör ist kompatibel mit anderen L3Harris Funkgeräten.

Mehr denn je spielt dabei die Übertragung von Sensor-Information, über verschiedene Hierarchie-Ebenen hinweg, eine missionskritische Rolle. Die Aufklärungsergebnisse können von einer Vielzahl an Quellen zur Verfügung gestellt werden. Die Vernetzung dieser, und damit die ständige Verfügbarkeit der Informationen über Teilstreitkräfte hinweg, bildet einen entscheidenden Faktor moderner Einsatzdoktrinen. Die schnellere und zuverlässigere Verfügbarkeit korrekter Informationen führt zur Überlegenheit im Operationsraum. Dies gilt besonders im Gefecht der verbundenen Waffen, über Teilstreitkräfte hinweg.

Welches System kann diese anspruchsvollen Anforderungen bereits heute erfüllen und ist dennoch einsatzerprobt und bewährt?

Die Lösung

Um den beschriebenen Herausforderungen gerecht zu werden, bedarf es einer in allen Belangen in sich abgestimmten Lösung. L3Harris bietet mit dem Falcon Net, ein System welches weit über Einzelaspekte hinausgeht: es führt Teilkomponenten zu einem integrierten und abgestimmten Ganzen zusammen. Die entscheidenden Blöcke bilden dabei Radios, Wellenformen, Applikationen und Service.

Die Falcon Radiofamilie bietet interoperable Funkgeräte in allen Formfaktoren. So ist der Zugriff auf Sensorinformationen fliegender Plattformen ebenso möglich, wie die Anforderung weitreichenden Feuers von See aus. Die mehrkanalfähigen Funkgeräte AN/PRC-163 und AN/PRC-158 erlauben es beispielweise mittels ROVER, streitkräftegemeinsame taktische Feuerunterstützung (STF) mit Videoübertragung anzufordern. Gleichzeitig ist die Kommunikation, über taktisches V/UHF oder (MUOS-) SATCOM, mit weiteren Kräften möglich. Dies gilt bei minimalen Gewicht und einfacher Bedienbarkeit.

Joint Terminal Attack Controler empfangen einen Video-Feed aus einem Luftfahrzeug, auf dem ATAK-Enduser-Device (EUD). Am Rücken erkennbar: das abgesetzt angebrachte Mission-Module (ISR-Empfänger).

Im kompakten Formfaktor eines Taschenbuchs erweitert das Small Secure Data Link SSDL über zwei Kanäle das Netzwerk in den Luftraum. Es liefert so vergrößerte Reichweite für Bodenkräfte und einen bis zu 40MHz breiten Daten-Link. Natives Crossbanding zwischen schmalbandigen und breitbandigen Verfahren beherrschen darüber hinaus alle L3Harris Zweikanal-Radios.

Höchste Sicherheit gewährt die Nutzung des öffentlich evaluierten Verschlüsselungsverfahren wie AES 256, welches einen anerkannten Industriestandard in EU und USA darstellt. Ergänzend beherrschen die Funkgeräte NATO-zertifizierte Verfahren zum Informationsaustausch bis SECRET. Interoperabilität mit Bündnispartnern (Bündnisverteidigung), oder Operationen im Deutsch-souveränen Kontext (Landesverteidigung) werden über die NATO Suite B/NINE Sicherheits-Architektur ermöglicht. Dieses zukunftsweisende Konzept erlaubt den sicheren und abgestuften Informationsaustausch und begegnet dem Wunsch sogenannte „Black Boxes“ zu vermeiden.

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Das Type-1 zertifizierte PRC-163 ist Commercial National Security Algorithm (CNSA) fähig und vereinfacht so das Handling. Die Zweikanal-fähigen Radios der Falcon IV Familie erlauben zudem den sicheren Übergang bzw. die Trennung zwischen unterschiedlichen Security-Domains (Multilevel-Security).

Anders als in der zivilen Welt, setzt Überlegenheit auf dem Gefechtsfeld auch die Dominanz über das elektromagnetische Spektrums voraus. Entsprechende Erfahrungen aus den aktuellen Krisenregionen wie Syrien, der Krim oder dem baltischen Raum belegen diese Notwendigkeit. Gegnerische Maßnahmen der elektronischen Kriegführung erfordern entsprechende Reaktionen: L3Harris kognitive Wellenformen ermöglichen die flexible Nutzung des Spektrums, weichen Jammern aktiv aus, und liefern durch fortschrittliche Frequenzsprung- und Spreizverfahren hohe Übertragungssicherheit. MANET Protokolle vernetzen Soldaten zuverlässig, auch unter herausfordernden geographischen Gegebenheiten.

Die Nutzung von wideband Wellenformen ermöglicht es dem Nutzer die Vorteile vermaschter Netzwerke in der Praxis zu erleben. Verfahren die auf dem bekannten 25kHz-Raster aufbauen, stellen bei den steigenden Anforderungen an die Netze lediglich einen Kompromiss da. Adaptive Breitband-Übertragungsverfahren liefern indes mobile ad-hoc networking mit bis zu sechs Hops sowie Sprache, Daten und GPS ohne gegenseitige Beeinflussung. Ein entscheidender Vorteil ist auch die einfache Realisierung  wechselnder Unterstellungsverhältnisse. Aufwändig vorab zu konfigurierende zusätzliche Router sind durch die große Anzahl an möglichen Netzteilnehmern nicht nötig. Dies ist ein großer Vorteil, gerade im Gefecht der verbundenen Waffen: Luftfahrzeuge können so medienbruchfrei am Kommunikationsnetzwerk der Landstreitkräfte, etwa für Close-Air-Support (CAS), teilnehmen.

Flexible Talk-Groups moderner Netzwerkwellenformen vermeiden es, militärische Hierarchien mit einer Vielzahl an Sprechkreisen starr nachbilden zu müssen. Somit reduziert sich letztlich der Frequenzbedarf, auch wenn die Wellenform nominell zunächst eine größere Bandbreite beansprucht.

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Das Falcon Net Ecosystem führt unter anderem leistungsfähige Hardware und moderne Wellenformen zu einem integrierten Ganzen zusammen.

Durch die tiefe Integration von L3Harris Funkgeräten und Wellenformen mit den Marktführern  im Bereich Führungssysteme, wird eine integrierte und performante Systemlösung erzielt. Dies gilt vor allem im Bereich der Feuerleitung, in der niedrige Latenzen und robuste Übertragungen ein entscheidender Faktor sind.

Ein weiteres, exakt passendes Puzzlestück des Gesamtsystems Falcon Net, unterstützt schon im Vorfeld einer Operation die Planung: Unter Berücksichtigung von Gelände, Frequenzen, eingebundenen Kräften und geforderten Diensten, liefert die Software L3Harris hManager-Spectrum in kürzester Zeit verlässliche und leistungsfähige Funknetze.

Integration ist der Schlüssel

Der eingangs beschriebenen Forderung nach dem perfekten Zusammenspiel aller Subsysteme trägt L3Harris umfassend Rechnung. Dabei sind alle Komponenten marktverfügbar und weltweit im Einsatz bewährt. Die abgestimmten Komponenten, bestehend aus führender Hardware-Technologie und fortschrittlichsten Übertragungsverfahren, liefern das Netzwerk für Nutzerapplikationen. Der Mehrwert der Digitalisierung für den Nutzer: schnelle und korrekte Entscheidungen über Teilstreitkräfte hinweg, basierend auf einem in sich abgestimmten Gesamtsystem.

JK Defence & Security Products GmbH
Felix Wickenhäuser
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