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Anfang der Woche unterzeichnete der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic den Auftrag für weitere geschützte Radfahrzeuge des Typs Lazar 3. Es handelt sich hierbei um das zweite Los für die serbischen Streitkräfte, welche bereits 36 Fahrzeuge dieses Typs im Bestand haben.

Die genaue Stückzahl der aktuellen Bestellung wurde vom serbischen Verteidigungsministerium nicht kommuniziert, nur der Auftragswert in Höhe von 32,5 Millionen Euro wurde mitgeteilt. Die Bekanntgabe der Beschaffung erfolgte im Rahmen einer Zeremonie, eingebettet in einen Werksbesuch, bei dem zum Yugoimport SDPR Verbund gehörende Fahrzeugwerk im zentral serbischen Velika Plana. Anzumerken ist, dass neben dem Lazar-3 auf den Pressefotos auch einige geschützte Radfahrzeuge vom Typ BOV M16 „Miloš“ aus dem Aktuellen Los, S&T berichtete, im Hintergrund zu erkennen sind.

Bei dem Lazar-3 handelt es sich um den modernsten Spross einer 8×8 Fahrzeugfamilie ausgelegt als gepanzerter Truppentransporter für eine Besatzung von drei und der Fähigkeit bis zu neun Personen im geschützten Laderaum aufzunehmen. Es besteht auch die Option weitere Missionsprofile erfüllen zu können. Neben der Bewaffnung und Nutzlast ist auch der ballistische Schutz modular ausgelegt und ermöglich auch innerhalb des Fahrzeug-Lebenszyklus Anpassungen und Weiterentwicklungen.

Als Basispanzerung ist ein NATO AEP-55 STANAG 4569 äquivalenter Schutz mit Level V an der Front sowie Level IV an den Seiten vorhanden. Der Antrieb erfolgt über einen 500 PS starken Cummins ISM500 Dieselmotor mit 11 Liter Hubraum, welcher eine Spitzengeschwindigkeit von 110 km/h auf befestigten Straßen erlaubt. Eine Klima- und ABC-Schutz Belüftungsanlage gehören genauso zur Grundausstattung wie eine Feuerlöschanlage und eine zentrale Regulierung für den Reifendruck.

Durch Luken in der Panzerung kann aus dem Kampfraum mit Handwaffen gewirkt werden. (Foto: Verteidigungsministerium Serbien)

Die Fahrzeuge aus dem aktuellen Los werden teilweise mit einem 12,7 mm x 108 Zastava M02 MG in einer kompakten ferngelenkten Waffenanlage ausgeliefert. Es besteht aber auch die Möglichkeit der Installation von Maschinenkanonen bis zum Kaliber 30 mm. Zudem ist die Integration des EdePro Mehrzweck Lenkflugkörpern ALAS bereits erfolgt. Grundsätzlich sind alle Fahrzeuge mit einer Nebelwurfanlage ausgestattet und durch Luken in der Panzerung kann aus dem Kampfraum mit Handwaffen gewirkt werden.

Die aktuelle Beschaffung des Lazar-3, genauso wie die bereits erwähnte BOV M16 Order sind ein wichtiger Impuls für die Fertigung von geschützten Fahrzeugen in Serbien. Fast zeitgleich mit der einheimischen Bestellung wurde auch der Verkauf von 24 Fahrzeugen unbekannter Konfiguration an Turkmenistan bekannt, was den ersten Exporterfolg dieses Typs darstellt.

Kristóf Nagy