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Die 72. Spezialkräftebrigade der serbischen Streitkräfte erhielt Anfang dieser Woche im Beisein des serbischen Verteidigungsministers und des Generalstabschefs die ersten zehn geschützten Radfahrzeuge vom Typ BOV M16 „Miloš“. Die im Jahre 2019 neu strukturierte Brigade setzt damit die Modernisierung ihres Materials fort.

Das 2017 vorgestellte Fahrzeug wird von dem zum Yugoimport SDPR Verbund gehörende Fahrzeugwerk in zentral serbischen Velika Plana gefertigt. Mit einem Maximalgewicht von 14 Tonnen wird das BOV M16 von einem 300 PS Cummins Dieselmotor und einem Allison 3500SP Automatikgetriebe angetrieben. Im Gegensatz zu vielen anderen Fahrzeugen dieser Klasse ist der Schutz der Zelle nicht homogen ausgestaltet. Die Front hat laut Hersteller die Schutzklasse Level III, die restliche Zelle Level II nach STANAG 4569. Der Schutz vor Minen ist mit Level 2a/b nach STANAG 4569 angegeben, was einer Explosivladung von 6 kg unter den Rädern bzw. dem V-förmig ausgestalteten Zellenboden entspricht.

Als Bewaffnung erhielten die nun übergebenen Fahrzeuge ein modernisiertes schweres 12,7 mm x 108 NSV Maschinengewehr mit einer Kadenz von 600 Schuss pro Minute und einem Munitionsvorrat von 180 Patronen gegurtet im ferngelenkten Turm mit der Bezeichnung M15. Weitere Munition kann im Fahrzeug mitgeführt werden. Die ferngelenkte Waffenanlage verfügt zudem über eine Tagsichtkamera, ein Wärmebildgerät und einen Laserentfernungsmesser. Ein Feuerleitrechner unterstützt den Bediener bei der Bekämpfung der gewählten Ziele. Der Hersteller bietet des Weiteren eine Panzerabwehrvariante mit Lenkflugkörperbewaffnung, sowie eine Sanitäts- und Führungsausstattung für den BOV M16 an.

Die nun übergebenen Fahrzeuge werden innerhalb der Brigade das sogenannte Sokolovi (Falke) Aufklärungsbataillon materiell verstärken und unter anderem zum Transport von „Milos N“ UGV Trupps verwendet werden. Im Zuge der Übergabezeremonie kündigte der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic die weitere Beschaffung sowohl von geschützten Fahrzeugen als auch unbemannten Bodensystemen für das Bataillon an.

Kristóf Nagy