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Das U.S. Marine Corps Systems Command, die federführende Institution für die Beschaffung im U.S. Marine Corps (USMC), hat gegenüber US-Medien bestätigt, dass Infanterieeinheiten des USMC die Enhanced Night Vision Goggle-Binocular (ENVG-B) der U.S. Army testen werden. Die Army führt diese Fusionsbrille, die weltweit als die derzeit modernste Nachtsichtbrille gilt, seit 2019 ein. Den Angaben zufolge sind bereits 195 dieser Brillen im USMC vorhanden, welche in Kürze getestet werden.

Eine offizielle Beschaffungsentscheidung wurde seitens des Marine Corps aber noch nicht getroffen, so die Sprecherin des USMC-Systems Command gegenüber US-Medien.

Das USMC hat selbst erst 2019 im Rahmen des Squad Binocular Night Vision Goggle Programs (SBNVG) eine Beschaffung von fusionsfähigen Nachtsichtbrillen mit einem externen IR-Clipon eingeleitet. Den Zuschlag für die Lieferung erhielt die US-Tochter des israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems.

Elbit Systems USA fungiert als Generalunternehmer, setzt die Endgeräte zusammen und steuert unter anderem die 18-mm-Restlichtverstärkerröhren (weißer Phosphor) bei. Unterauftragnehmer sind Theon Sensors (teilmontierter Satz für das Gehäuse sowie Großteil des Zubehörs des Gerätesatzes) und Safran Optics 1 (E‐COTI Enhanced Clip On Wärmebildgerät). Diese Brillen werden seit 2020 ausgeliefert. Erst jüngst wurde eine weitere Liefertranche abgerufen.

ENVG-B vs. SBNVG

Beide Brillen verfügen dem Vernehmen nach über vergleichbare optische Leistungen unterscheiden sich jedoch im Konstruktionsdesign und der Möglichkeit der Vernetzung. Die SBNVG kombiniert eine Binokulare Restlichtverstärkerbrille mit einem externen IR-Sensor (E-COTI).

SBNVG mit einem externen IR-Clipon lins und ENVG-B mit integriertem IR-Kanal rechts. (Foto: Elbit Systems (links) und U.S. Army / Bridgett Siter (rechts))

Bei der ENVG-B ist der IR-Sensor in die binokulare Brille integriert. Darüber hinaus verfügt die ENVG-B über die Möglichkeit, externe Daten, beispielsweise Navigationsdaten, in das Sichtfeld der Brille zu übernehmen. Auch eine Vernetzung mit Zieloptiken von Handwaffen ist möglich. Über die genaue Funktionsweise der ENVG-B hat die S&T bereits mehrmals berichtet:

Das jüngst veröffentlichte Video der U.S. Army verdeutlicht, wie die ENVG-B Bilddaten aus unterschiedlichen Sichtspektren sowie verschiedenen anderen Datenströmen zu einem Gesamtbild fusioniert.

Waldemar Geiger