Video: Neue RCH 155 Version von KMW im scharfen Schuss

Waldemar Geiger und Gerhard Heiming

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Abgeleitet von der Panzerhaubitze 2000 hat Krauss-Maffei Wegmann bereits vor mehreren Jahren eine ferngesteuerte Haubitze (Remote controlled Howitzer, RCH 155) auf Basis des Boxers entwickelt. Seit kurzem wurde eine neue Vorserienversion der RCH 155 fertigentwickelt welche im Video im scharfen Schuss begutachtet werden kann. Zu sehen sind auch die auf das Fahrzeug wirkenden Kräfte während des Feuerkampfes.

Der maßgebliche Unterschied der neuen Version ist ein deutlich niedrigerer Waffenturm des Missionsmoduls. Die niedrigere Silhouette ermöglicht einen deutlich einfacheren Bahntransport. Die vorherige Version des Turm war so hoch, dass die Einfahrt in Tunnel nicht möglich war.

RCH 155

Bei der RCH 155 wurde eine ferngesteuerte Haubitze mit der aus der Panzerhaubitze 2000 bekannten 155 mm/L52 Waffe in ein Boxer-Missionsmodul integriert. Die Feuergeschwindigkeit beträgt mehr als acht Schuss pro Minute.

Mit der Fernsteuerung konnte die Besatzung auf zwei Personen reduziert werden ohne Einbußen an Wirksamkeit. So wurde ein vollautomatisches Ladesystem für Geschosse und modulare Treibladungen integriert. Die Zünder werden induktiv programmiert. Die Waffenanlage wird elektrisch gerichtet. Die Kampfbeladung besteht aus maximal 30 bezünderten Geschossen und 144 modularen Treibladungen. Der Feuerkampf wird durch einen Feuerleitrechner mit integrierter Ballistikrechnung und Datenfunk-Anbindung zu einem Artillerieführungssystem unterstützt, der auf eine hochgenaue Navigationsanlage, mit oder ohne GPS-Stützung zurückgreift.

Der Turm kann ohne Fahrzeugabstützung um 360 Grad gedreht werden und auch in alle Richtungen abgefeuert werden. Die Elevation des Rohres von -2,5 bis 65 Grad erlaubt den Feuerkampf sowohl auf große Entfernung als auch im direkten Richten auf nahe Ziele. Die Nutzung endphasengelenkter Geschosse (Vulcano, Excalibur) ist vorgesehen. Das Schießen in alle Richtungen erfolgt ohne hydraulische Stützen. Dies ermöglicht schnellen Stellungswechsel.

Waldemar Geiger und Gerhard Heiming