StartBewaffnungDeutschland liefert Panzerfäuste und Stinger-Raketen an die Ukraine

Deutschland liefert Panzerfäuste und Stinger-Raketen an die Ukraine

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Nach langem Zögern gibt die Bundesregierung ihr Nein zu Waffenlieferungen in die von Russland überfallene Ukraine auf. Wie aus einer gerade veröffentlichten Mitteilung des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung hervorgeht, wird Deutschland 500 Boden-Luft-Raketen des Typs Stinger sowie 1.000 Panzerabwehrwaffen „so schnell wie möglich“ an die von russischen Truppen bedrängte Ukraine liefern. Die Waffen kommen aus Beständen der Bundeswehr.

Aufgrund der Stückzahlen und dem Umstand, dass schnelle Hilfslieferungen nur dann sinnvoll genutzt werden können, wenn sie einfach in der Anwendung sind, müsste es sich bei den Panzerabwehrwaffen höchstwahrscheinlich um Waffen des Typs Panzerfaust 3 handeln. Die Bundeswehr hat erst Anfang letzten Jahres eine Nachbeschaffung von 3.000 dieser Systeme in der Variante Panzerfaust 3-IT eingeleitet, S&T berichtete.

Kurz zuvor hatten bereits mehrere Medien darüber berichtet, dass die Bundesregierung auch die Lieferung der Niederlande von 400 Panzerfäusten und von Haubitzen aus Beständen der ehemaligen DDR durch Estland an die Ukraine genehmigen will. Nach Angaben der FAZ will Deutschland überdies 10.000 Tonnen Treibstoff über Polen an die Ukraine liefern.

Die Bundesregierung hatte sich lange gesträubt, Kiew mit Waffen zu unterstützen. Als Begründung hieß es, man liefere keine Waffen in Kriegsgebiete. Offenbar hatte man aber vergessen, dass Deutschland vor einigen Jahren großen Mengen Waffen, darunter auch zahlreiche Panzerabwehrflugkörper des Typs Milan, den kurdischen Peschmerga zur Abwehr der Terroristen des so genannten Islamischen Staates zur Verfügung gestellt hatte.

Den Politikwechsel begründet Bundeskanzler Olaf Scholz in einem Text auf seinem Twitter-Account: „Der russische Überfall markiert eine Zeitenwende. Es ist unsere Pflicht, die Ukraine nach Kräften zu unterstützen bei der Verteidigung gegen die Invasionsarmee von Putin“, heißt es dort. Überdies arbeitet die Bundesregierung daran, das Zahlungsverfahren SWIFT für Russland einzuschränken.

Lars Hoffmann