StartFührung & KommunikationVideo: Britische Streitkräfte erproben Drohnenschwärme

Video: Britische Streitkräfte erproben Drohnenschwärme

Kristóf Nagy

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Die britischen Streitkräfte haben Technologien für die Nutzung von Drohnenschwärmen erprobt. Dies gab die Erprobungsstelle der Infanterie in den britischen Streitkräften (Infantry Trials and Development Unit/ ITDU) bekannt. Der Schwerpunkt der Versuche lag auf dem Einsatz mehrerer unbemannter Luftfahrzeuge (UAV) welche nur durch einen Bediener geführt wurden.

Laut Stellungnahme des ITDU Kommandeurs Oberstleutnant Arthur Dawe erfolgten die bereits Anfang September durchgeführten Versuche auf dem Übungsplatz Salisburry Plain in enger Abstimmung mit dem für Weiterentwicklung zuständigen Future Capabilities Group (FCG). Ziel des Vorhabens war es zu demonstrieren, dass ein einziger Bediener mehrere Drohnen zeitgleich führen könne, wobei jedes Luftfahrzeug eine separat zugewiesene Aufgabe erfüllte. Erst durch die so erzeugte Vervielfältigung ist in Zukunft ein gegnerische Abwehrmaßnahmen übersättigender Einsatz von UAV möglich. Auch aus regulatorischer Sicht stellten die Versuche ein Novum dar. So musste eine gesonderte Zulassung durch die zuständige militärische Luftfahrtinstanz erfolgen. Für das Vorhaben wurden von den Verantwortlichen zwei Systeme ausgewählt. Auf der einen Seite erprobten die Nutzer das vom niederländischen Unternehmen BSS entwickelte Atlas System. Dieses wurde durch das vom israelischen Hersteller Elbit gefertigte System ergänzt. Während Atlas die Nutzung von vier UAV gleichzeitig ermöglicht, erlaubt das Elbit-System die simultane Führung von bis zu sechs Drohnen.

Zwei aufeinander aufbauende Übungsszenarien wählten die britischen Streitkräfte für den Nachweis der tatsächlichen Umsetzbarkeit. Im ersten Durchgang wurde mit mehreren Drohnen rund um die Uhr eine Überwachung eines definierten Raumes im Rahmen einer Force Protection Mission durchgeführt. Das zweite Szenario bildete gleichsam eine Weiterentwicklung des ersten Ansatzes ab. Mithilfe von künstlicher Intelligenz wurde durch Kommunikation innerhalb des Systems die Mission gleichsam selbstständig geplant und der Bediener über auffällige Entwicklungen innerhalb des zu überwachenden Raumes informiert. Hierdurch wurde eine deutliche Reduzierung der Bedienerbelastung bei gleichzeitiger Erweiterung des abgedeckten Raumes erreicht.

Der leitende Ingenieur des FCG, Dominic Ferrett äußerte am Rande der Erprobung die Hoffnung, dass durch die technologische Entwicklung in naher Zukunft bei gleichbleibend niedriger Bedienerbelastung zwanzig oder sogar dreißig Drohnen gleichzeitig von einer Person geführt werden können. Durch die Nutzung von künstlicher Intelligenz soll laut Ferrett Mensch und Maschine Hand in Hand arbeiten und einander ergänzen.

Kristóf Nagy