StartBewaffnungTschechische Republik plant Handwaffen- und Munitionsfertigung in der Ukraine

Tschechische Republik plant Handwaffen- und Munitionsfertigung in der Ukraine

Kristóf Nagy

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Die Ukraine und die Tschechische Republik werden in Zukunft die gemeinsame Fertigung von Rüstungsgütern in der Ukraine realisieren. Dies gab der stellvertretende tschechische Verteidigungsminister Daniel Blazhkovec am Rande seines Besuches in Kiew am 29.09. bekannt. Als sogenanntes Flaggschiff der Zusammenarbeit nannte Blazhkovec das Sturmgewehrs Bren 2 von der Firma Česká zbrojovka und die Eröffnung einer Produktionslinie für Handwaffenmunition des Herstellers Sellier & Bellot.

Die Äußerungen des stellvertretend Ministers fanden am Rande des vom ukrainischen Verteidigungsministerium durchgeführten International Defence Industries Forum in Kiew statt. Insgesamt 41 ausländische Regierungsvertreter und 252 internationale Rüstungsunternehmen wohnten dem Treffen bei. Blazhkovec betonte in seinen Ausführungen die feste Entschlossenheit der Tschechische Republik die Ukraine auch weiterhin zu unterstützen und stellte mehrere direkte und in naher Zukunft zu realisierende Projekte in Aussicht. Als Flaggschiffprojekte bezeichnete der stellvertretende Minister unter anderem die Realisierung einer Fertigungsstraße für das Sturmgewehr CZ Bren 2, welches in der Ukraine unter der Bezeichnung „Sich“ gefertigt werden soll. Das Gewehr ist indes für die ukrainischen Streitkräfte keine Neuheit, da tschechische Hilfslieferungen mit Handwaffen diesen Typs bereits kurz nach dem Angriff Russlands in wachsender Stückzahl beinhalteten. Mit der Schaffung einer lokalen Fertigung in der Ukraine ist es mit den Vorgängen vertrauten Beobachtern zufolge wahrscheinlich, dass die Bren 2 das zukünftige Standardgewehr der ukrainischen Streitkräfte wird.

Das auf dem CZ 805 Bren basierend Sturmgewehr Bren ist ein Gasdrucklader mit kurzem Kolbenhub und Drehkopfverschluss des in Uherský Brod ansässigen tschechischen Traditionsherstellers CZ. Intern als Projekt 806 bezeichnet, wurde die neue Version 2015 vorgestellt. Das in Relation zum Vorgängermodell um 0,5 kg leichtere Gewehr mit zahlreichen ergonomischen Verbesserungen wurde 2016 von den tschechischen Streitkräften eingeführt und ist seitdem in einer in Lizenz gefertigten Version auch das neue Sturmgewehr der ungarischen Streitkräfte.

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Als weiteren wichtigen Eckpfeiler der gemeinsamen Projekte mit der Ukraine nannte Daniel Blazhkovec die Einrichtung einer Fertigungsstraße für Handwaffenmunition des Herstellers Sellier & Bellot. Dies ist von signifikanter Relevanz, da die vormals aus Sowjetzeiten stammenden gewaltigen Lagerbestände an Munition durch die militärischen Auseinandersetzungen und auch Abverkauf auf dem internationalen Markt drastisch geschrumpft sind. Zudem verfügt die Ukraine über keine nennenswerten Produktionskapazitäten für Handwaffenmunition in den Kalibern der NATO. Weiterhin erwähnte der stellvertretende Minister auch eine nicht näher erläuterte Planung zur zukünftigen Zusammenarbeit bei der Produktion von ballistischen Schutzmaterialien.

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Kristóf Nagy