Als erster Verband des Heeres wird das Panzergrenadierbataillon 122 mit dem neuen Sturmgewehr G95 ausgestattet. Insgesamt erhält das Bataillon rund 300 Exemplare der neuen Waffe. Die symbolische Übergabe der ersten Waffen erfolgt am 4. Dezember 2025 auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. „Das Deutsche Heer erhält mit dem neuen Sturmgewehr eine Waffe, die Maßstäbe setzt. In Präzision, Zuverlässigkeit und Modularität“, betont Generalleutnant Heico Hübner, Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres, die Bedeutung dieser Einführung.
An der Veranstaltung nehmen neben Hübner der Abteilungsleiter Rüstung des Bundesministeriums der Verteidigung, Vizeadmiral Carsten Stawitzki und der Abteilungsleiter Kampf im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, Brigadegeneral Stefan Wind teil. Die hochrangige Beteiligung unterstreicht die Bedeutung, die der Einführung des G95 als Nachfolger des jetzigen G36 zugemessen wird. Eine Rolle dürfte auch spielen, dass das Panzergrenadierbataillon 122 ab kommendem Jahr der neuen Panzerbrigade 45 in Litauen zugewiesen ist.
Erster Auftrag für G95A1 erging im Mai
Hersteller Heckler & Koch hatte im Mai den ersten offiziellen Auftrag für die Lieferung des Standard-Sturmgewehrs G95A1 sowie der Kurzversion KA1 an die Bundeswehr erhalten. Der Beschaffungsprozess hatte 2017 mit einem europaweiten Vergabeverfahren begonnen und wurde im Jahr 2023 rechtskräftig abgeschlossen. Das G95A1 beruht auf dem HK416 A8, hat aber kleinere Änderungen auch gegenüber dem G95K, das auf Basis des HK 416 A7 bereits bei den Spezialkräften der Bundeswehr eingeführt ist.
Haben die Kurzversionen eine Lauflänge von 14,5 Zoll (368 Millimeter), beträgt diese bei der Standardversion 16 Zoll (406 Millimeter). Neben den Waffen der Bundeswehr existieren auch noch Behördenwaffen auf Basis des HK 416 A5 als G38K und C (für „compact“ mit 11-Zoll-Lauf von 228 Millimeter Länge). Während das KSK seine G95K mit dem Reflexvisier EOTech-EXPS 3-0 NV und die Kampfschwimmer die ihren mit einem Aimpoint-Rotpunktvisier verwenden, soll beim G95A1 das Zielfernrohr ELCAN Specter DR mit ein- bis vierfacher Vergrößerung zum Einsatz kommen.
Die Integration sorgte allerdings für Verzögerungen. Die Waffe ist jedoch ebenfalls mit einer mechanischen Back-up-Visierung ausgestattet. Nach bisheriger Planung sollen insgesamt 118.718 Exemplare des G95A1 und KA1 beschafft werden. Abhängig von der Entwicklung des Umfangs der Bundeswehr auf eine geplante Verteidigungsstärke von 460.000 Mann in den kommenden Jahren könnte sich diese Zahl aber noch wesentlich erhöhen, selbst wenn das bisherige G36 weiter seinen Dienst verrichtet.
Redaktion/sab









