Die Spezialkräfte der französischen Gendarmerie stehen unter neuer Führung. Seit dem 1. November 2025 führt Colonel Benoît Villeminoz den rund 1000 Männer und Frauen starken Verband Groupe d’intervention de la Gendarmerie nationale (GIGN). Der 48 Jahre alte Offizier ist kein Neuling in der GIGN. Seine Laufbahn ist geprägt von wechselnden operativen Führungspositionen innerhalb der GIGN, aber auch von Führungsaufgaben in anderen Bereichen der Gendarmerie und in der Zentralverwaltung.
Nach Abschluss seiner Ausbildung an der Militärschule Saint-Cyr im Jahr 2001 entschied sich Villeminoz für die Gendarmerie-Laufbahn. Nach einem Jahr an der Offiziersschule der Gendarmerie Nationale wurde er zunächst zum Zugführer der mobilen Gendarmerie-Einheit in Grenoble ernannt. Daran schloss sich eine erste Verwendung in der GIGN an. So führte er von 2004 bis 2011 als Abteilungsleiter die Eingreifkräfte (F.I.).
Mehrere Einsätze gegen Terroristen
Nach seinem Abschluss an der École de guerre im Jahr 2012 übernahm er bis 2014 das Kommando über die Gendarmerie-Kompanie des Departements Montmorency im Departement Val-d’Oise. Diese Zeit war insbesondere durch die Schaffung der Zone de sécurité prioritaire (ZSP, vorrangige Sicherheitszone) geprägt, um verstärkt Bandenkriminalität, Drogenhandel und Sachbeschädigungen zu bekämpfen.
Von 2014 bis 2018 diente er wieder in der GIGN als Stabsbereichsleiter Einsatz (CEMOPS). In dieser Phase war er war an mehreren Großeinsätzen beteiligt – darunter die Verfolgung der Terroristen von Charlie Hebdo und der Einsatz in Dammartin-en-Goële im Jahr 2015. Ebenso leitete er die Sicherheit bei Großveranstaltungen (Euro 2016, Tour de France) sowie gefährliche Einsätze zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität.
Nach anderen Führungsverwendungen zurück zur GIGN
Im Jahr 2018 trat er als Beauftragter in die Direktion für Operationen und Einsatz (DOE) der Direction générale de la gendarmerie nationale (DGGN) ein, bevor er im Sommer 2020 die Leitung der Groupement de gendarmerie départementale (GGD) du Rhône (69) übernahm. Mitten in der Coronakrise führte er die Einsätze der 1.700 aktiven und Reserve-Gendarmen des Departements Rhône in einem beispiellosen Gesundheitskrisenszenario, das weit über die grundlegende Schutzaufgabe hinausging.
Anschließend absolvierte er 2023 und 2024 die Ausbildungen des Centre des hautes études militaires (CHEM), sowie des Institut des hautes études de défense nationale (IHEDN) zu Fragen der Verteidigung und der nationalen Sicherheit. Im Jahr 2024 wurde Villeminoz erneut der DGGN zugewiesen. Von Juli bis Oktober 2024 wurde er als operativer Stabschef nach Neukaledonien entsandt, wo er für die Planung und Durchführung von Operationen im Zusammenhang mit der dortigen Aufstandskrise zuständig war.
Colonel Villeminoz tritt die Nachfolge von Général de division Ghislain Réty an, der vor wenigen Wochen in den Ruhestand verabschiedet wurde.
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