StartStreitkräfteUS-Spezialkräfte entern erneut Tanker im Indischen Ozean

US-Spezialkräfte entern erneut Tanker im Indischen Ozean

Zum wiederholten Mal haben US-Spezialkräfte am vergangenen Freitag einen Öltanker im Indischen Ozean geentert. Vom U.S. Indo-Pacific Command (INDOPACOM) veröffentlichte Bilder zeigen drei Hubschrauber vom Typ SH-60 Sea Hawk über dem Supertanker Davina, der von den USA seit 2024 wegen des Verdachts auf Handel mit iranischem Öl und von der Ukraine im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf das Land sanktioniert ist.

Die Davina fährt offiziell unter der Flagge Tansanias, trat aber laut Internet-Fachportalen alternativ auch unter dem Namen Lenore mit der Flagge Curacaos auf. Gebaut wurde das Schiff 1993 für einen japanischen Betreiber, fuhr ab 2010 als Ace Shanghai unter der Flagge Tuvalus und Malaysias, dann ab 2021 als Hong Kong unter den Flaggen Panamas, der Mongolei und Sierra Leones.

Blick aus einem der Hubschrauber auf das Zielschiff.
Blick aus einem der Hubschrauber auf das Zielschiff. (Foto: INDOPACOM)

US-Spezialkräfte brachten bereits zwei andere Tanker auf

Die Davina wurde zuletzt vor der Südküste Sri Lankas gemeldet und war seinem Tiefgang zufolge annähernd voll beladen. Sie hat eine Kapazität von knapp zwei Millionen Barrel Rohöl. Seit Beginn des Jahres haben die USA im Zusammenhang mit ihren Marineblockaden zunächst gegen Venezuela und später gegen den Iran zahlreiche sogenannte Schattenflottenschiffe auf den Weltmeeren aufgebracht. So ist die Davina bereits der dritte Supertanker mit Verbindungen zum Iran, der seit dem 13. April im Indischen Ozean geentert wurde.

Zusätzlich stürmten U.S. Marines am 19. April ein Containerschiff im Golf von Oman, nachdem es die Blockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen versuchte und durch amerikanisches Geschützfeuer gestoppt wurde. Im Februar brachten die USA ebenfalls im Indischen Ozean drei Tanker auf, die von der Küste Venezuelas geflohen waren. Weitere Aktionen erfolgten im Karibischen Meer und Atlantik. Auch europäische Länder sind mittlerweile mehrfach gegen mutmaßliche Schiffe der russischen Schattenflotte vorgegangen.

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Stefan Axel Boes