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Das tschechische Verteidigungsministerium hat am 5. November 2020 bekanntgegeben, dass die 4×4 taktischen Fahrzeuge Landrover Defender und UAZ 469 durch 1.200 Toyota Hilux ersetzt werden. Die Auswahlentscheidung ist noch vorbehaltlich möglicher juristischer Schritte der unterlegenen Anbieter. Die Mehrzweck-Geländefahrzeuge für Logistik- und Sicherheitsaufgaben sollen ausschließlich außerhalb des möglichen Gefechtsfeldes u.a. zum Personentransport oder zur Versorgung eingesetzt werden.

Der tschechische Verteidigungsminister Lubomír Metnar geht davon aus, dass der Liefervertrag mit dem tschechischen Dienstleister Glomex Military Services, welcher als Generalunternehmer der Rahmenvereinbarung fungiert, bis Ende des Jahres abgeschlossen werden kann. Nach Angaben der tschechischen Streitkräfte hat sich das Angebot gegen neun Konkurrenzangebote durchgesetzt. Im Sommer 2020 wurden zwölf Anbieter aufgefordert, Angebote abzugeben, die Interesse an einer Teilnahme an der Ausschreibung gezeigt haben. Das Verteidigungsministerium erhielt daraufhin zehn Angebote für vier unterschiedliche Fahrzeugtypen. Die 1.200 Toyota Hilux Fahrzeuge zum Stückpreis von rund 34.000 Euro sollen bis 2024 der Truppe zur Verfügung stehen. Der Preis schließt die Wartung über zwei Jahre ein sowie die Lieferung von Ersatzteilen.

Toyota produziert den Pick-up Hilux (High Luxury) seit 1968. Die achte Generation ist seit 2015 auf dem Markt und wurde Mitte 2020 einem Facelift unterzogen. Diese modernste Version des Hilux wird u.a. mit Halterungen für Sturmgewehre und Khaki-Farbe militarisiert. Die Allradfahrzeuge bieten in ihrer viertürigen Doppelkabine bis zu fünf Soldaten Platz. Das mit einem Hardtop überdachtes Gepäckabteil im Heck kann für persönliche Ausrüstung oder Fracht genutzt werden. Bei 3,5 Tonnen Gesamtgewicht kann der Hilux eine Tonne Nutzlast tragen und einen gebremsten Anhänger mit 3,5 Tonnen ziehen.

Die für Tschechien ausgewählte Version des Hilux ist mit einem 110 kW Dieselmotor ausgestattet, der nach Firmenangaben eine Höchstgeschwindigkeit bis 175 km/h ermöglicht.

Gerhard Heiming