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Die von Frankreich geführte Anti-Terror-Operation Barkhane in Mali hat um den Jahreswechsel mehrere Verluste gefordert. Innerhalb weniger Tage fielen fünf französische Soldatinnen und Soldaten bei Anschlägen. Vergangenen Freitag sind weitere sechs bei einem Selbstmordanschlag verwundet worden.

Am 28. Dezember 2020 wurde ein gepanzertes Fahrzeug in der Nähe der Grenzen zu Niger und Burkina Faso durch eine improvisierte Sprengladung getroffen. Dabei fielen drei Soldaten des 1. Jägerregiments. Am 2. Januar 2021 kamen bei einem weiteren Anschlag auf ein Fahrzeug des 2. Husarenregiments eine Soldatin und ein Soldat ums Leben.

Der jüngste Anschlag ereignete sich am Morgen des 8. Januar 2021 bei einer gemeinsamen Operation des Groupement tactique désert’ Lamy mit malischen Soldaten des 33. Fallschirmjägerkommandoregiments (33rd RCP) nördlich des Dorfes Isey, etwa 50 Kilometer südwestlich von Hombori, im Dreiländereck. Ein unbekanntes Fahrzeug raste mit hoher Geschwindigkeit auf in einen französischen Konvoi zu. Ein VBCI-Radschützenpanzer konnte noch eingreifen, um den Rest des Konvois zu schützen. Dabei löste der Fahrer des unbekannten Autos einen Sprengsatz aus. Sechs Soldaten wurden bei dem Angriff verwundet. Sie wurden per Hubschrauber in das Feldlazarett bei Gao gebracht, drei der Verwundeten anschließend nach Frankreich ausgeflogen. Lebensgefahr bestünde jedoch nicht.

Unklarheit herrscht bezüglich eines Luftangriffs am 3. Januar 2021 in der Region Douentza im Zentrum des Landes. Während die französischen Streitkräfte mitteilten, dutzende terroristische Kämpfer durch einen Angriff zweier Mirage 200-Kampfflugzeuge neutralisiert zu haben, behaupten einheimische Quellen, dass bei einem Hubschrauberangriff auf eine Hochzeitsgesellschaft zahlreiche Zivilisten ums Leben gekommen seien.

Mali bildet den Schwerpunkt der von Frankreich geführten Anti-Terror-Operation Barkhane. Insgesamt sind über 5000 Soldaten im Einsatz. Seit 2013 sind dabei rund 50 Soldaten gefallen. In der Sahel-Zone sind eine Vielzahl Terrorgruppen des Islamischen Staates (IS) und der Al-Kaida aktiv. Darüber hinaus operieren etliche weitere Milizen in der Region.

Jan-Phillipp Weisswange