Print Friendly, PDF & Email

Die Guardia Civil, eine spanische Polizeibehörde, die sowohl zivile als auch militärische Aufgaben wahrnimmt, hat sich zur Überraschung der Fachwelt bei der aktuellsten Pistolenausschreibung für einen in Europa kaum bekannten Außenseiter aus Israel entschieden. Den Zuschlag erhielt die Selbstladepistole Ramon von Emtan und setze sich gegen ein hochkarätiges Internationales Bieterfeld durch.

Die Emtan Karmiel Ltd. ist ein in Europa wenig bekanntes Unternehmen, welches bereits seit Ende der 1970er Jahre als Zulieferer für die wehrtechnische Industrie tätig ist. Das stetig wachsende Geschäftsfeld beinhaltet bereits seit Mitte der 1990er Jahre die Lohnfertigung von Handwaffenkomponenten für zahlreiche bekannte und internationale Schusswaffenhersteller, sowie die sukzessive Entwicklung einer eigenen Handwaffenlinie.

Eines der letzten Produkte aus dem Hause Emtan ist die Ramon Selbstladepistole. Die Kurzwaffe mit Schlagbolzenschloss und Polymergriffstück ähnelt auf den ersten Blick sehr stark einem weltweit überaus erfolgreichen Entwurf aus Österreich. Dies könnte auch der Grund sein, warum der Hersteller die Waffe in manchen Ländern wie den USA, Kanada oder Frankreich nicht anbietet. Indes scheint die Ramon als Grundlage für eine ganze Produktfamilie zu stehen. So stellte Emtan zuletzt auf der Fachmesse IDEX 2021 in Abu Dhabi die für die Aufnahme von Leuchtpunktoptiken vorbereitete Ramon Op vor. Zudem werden unterschiedliche Visierungen, die Möglichkeit für die Aufnahme von Signaturreduzierern oder auch alternative Griffstücke angeboten. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, wie autark der Hersteller aus Israel agiert. Der Grad der Eigenfertigung ist überraschend hoch und umfasst auch die Läufe.

Innerhalb der im Februar von der Guardia Civil begonnenen Ausschreibung für 6.000 Pistolen konnte sich die Ramon gegen sieben verschiedene Kurzwaffen durchsetzen. In der Runde der letzten Drei fand sie sich in der Gesellschaft der Heckler & Koch SFP9 und der Glock 19 Generation 5 wieder. Den finalen Ausschlag gab der Preis, welcher Medienberichten zufolge bei 269 Euro ohne Steuern aber mit Holster lag. Die nun gefällte Entscheidung setzt vorerst den Schlusspunkt auf einen Vorgang, welcher bereits 2019 begann und letztes Jahr mit einer abgebrochenen Ausschreibung ihren Zwischenstand erreicht hatte.

Die Guardia Civil ringt aber nicht nur um eine neue Pistole. Auch die Sturmgewehrbeschaffung steht unter keinem guten Stern, wurde doch der letzte Anlauf Mitte März kurz vor der Vergabe abgebrochen.wurde doch der letzte Anlauf Mitte März kurz vor der Vergabe abgebrochen.

Kristóf Nagy