StartTaktik & AusbildungMarathon Target-Roboter für Live-Fire-Training und Effektoren auf dem Gefechtsfeld

Marathon Target-Roboter für Live-Fire-Training und Effektoren auf dem Gefechtsfeld

Andre Forkert

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Marathon Target wurde vor etwa 15 Jahren von Roboteringenieuren in Sydney, Australien, gegründet. Heute bietet das Unternehmen Trainingslösungen für Schießübungen auf der ganzen Welt an. Alles begann mit einer Problemstellung: Wie kann man Schießübungen mit Zielen durchführen, die wie echte Menschen aussehen, sich wie diese bewegen und verhalten? Und zwar so realistisch wie möglich. Die ursprünglichen Anforderungen für dieses Reality Based Training (RBT) kamen von den australischen Spezialkräften.

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Realistisches Live-Feuer-Training. Hier wird ein Kontrollpunkt von autonomer Roboterinfanterie und -fahrzeugen angegriffen. (Bild: Marathon Targets)

Marathon Target hat echte Roboterziele entwickelt, die auf einem Schießstand wie echte Soldaten mit entsprechenden Anforderungen an die Treffsicherheit fungieren können. Aber noch wichtiger ist, dass diese autonomen Roboterziele auch zum Übungsgegner werden können. Mit ihnen können Begegnungsgefechte auf Trupp- oder Gruppenebene simuliert werden. Auch größere Formationen können gebildet werden. Zudem ersetzen sie Rollenspieler, die den eigenen Kräften freundlich gesinnt sind und als Zivilisten auf dem Schlachtfeld agieren. Die KI-gesteuerten Roboter von Marathon fahren autonom über die gesamte Schießbahn, sind sich ihrer Umgebung stets bewusst und kommunizieren miteinander, um eine überzeugende und herausfordernde taktische Umgebung zu schaffen.

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Der neue autonome Fahrzeugroboter T100 sieht aus wie ein SUV und kann mehr als nur den Fahrer aufnehmen. (Bild: Marathon Targets)

Marathon Target bietet neben den 4×4 Outdoor-Zielen auch Indoor-Infanterie-Roboterziele an, die für den Einsatz in Schießhallen oder städtischem Gelände und unterirdischen Umgebungen konzipiert sind. Das Unternehmen offeriert neben 3D-Puppen zudem ein selbstfahrendes Auto. Der wesentliche Unterschied zu anderen Systemen besteht darin, dass sie nicht mit einem Joystick oder über GPS-Punkte gesteuert werden, wobei sie sich auf einem vorgegebenen Weg von Punkt A nach Punkt B bewegen.

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Vergleich: Sichtbare Tagessicht (links) und Thermalsicht bei Nacht in White Hot. (Bild: Marathon Targets)

Diese Roboter zeigen ein reaktives Verhalten, was das Schießtraining realistisch und anspruchsvoll macht. Schießt man auf einen Roboter geht der Rest in Deckung – oder organisiert selbst einen autonomen Gegenangriff. Das reaktive Verhaltenssystem basiert auf Szenarien oder Skripten. Diese werden von entsprechend geschulten Endanwendern über eine intuitive grafische Schnittstelle erstellt.

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Thermische Infanteriesignatur, verglichen zwischen dem Roboter (links) und einem echten Menschen. (Bild: Marathon Targets)

Einer der Hauptnutzer sind die U.S. Marines (USMC) und Einheiten der U.S. Army einschließlich der Spezialkräfte. In Europa stellt das 7th Army Training Command in Grafenwöhr diese Fähigkeit zur Verfügung. Die U.S. Special Forces nutzen sie auf den Übungsplätzen in Grafenwöhr oder Hohenfels. Auch deutsche Spezialeinheiten sind Stammkunden. Das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen/International Special Training Centre (ISTC) in Pfullendorf gehört ebenfalls zu den regelmäßigen Nutzern. Der Service des Herstellers wird von einer Einrichtung in Alsfeld aus erbracht. Dort steht die gesamte notwendige Ausrüstung für den Einsatz in Deutschland und Europa zur Verfügung.

Andre Forkert