StartStreitkräfteSchweden: 2026 weitere 2,4 Milliarden Euro für Verteidigung

Schweden: 2026 weitere 2,4 Milliarden Euro für Verteidigung

Schweden will im kommenden Jahr 26,6 Milliarden Kronen (2,4 Milliarden Euro) zusätzlich für Verteidigung ausgeben. Das teilte das schwedische Verteidigungsministerium am Montag dieser Woche unter Verweis auf die „vorherrschende Sicherheitssituation“ aufgrund der „multi-dimensionalen Bedrohung“ durch Russland mit. Damit steigt der Anteil der Verteidigungsausgaben am schwedischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf 2,8 Prozent. Weitere Schritte seien geplant, um das beim diesjährigen NATO-Gipfel für 2035 vereinbarte Ziel von 3,5 Prozent (plus 1,5 für Nebenfelder) bereits 2030 zu erreichen.

Die für 2026 geplanten Maßnahmen umfassen Kampffahrzeuge, Flugabwehrsysteme, Raketenartillerie und Munition für das schwedische Heer, Langstrecken-Kampffähigkeiten und taktische Transportflugzeuge für die Luftwaffe sowie neue Kampfboote für die Marineinfanterie. Über 4,7 Milliarden Kronen (428 Millionen Euro) sollen allein zusätzlich für die Beschaffung von „Material und Einrichtungen“ ausgegeben werden. 14 Milliarden Kronen (1,3 Milliarden Euro) sind bis 2028 für die Einrichtung eines neuen Amtes für die Kooperation mit der Industrie vorgesehen.

Schweden beschleunigt Finanzplanung

Mit den Zusatzausgaben beschleunigt Schweden die bisherige Finanzplanung um zwei Jahre. Im März sollte die Marke von 2,8 Prozent des BIP noch 2028 erreicht werden. Bereits im laufenden Jahr werden 25 Milliarden Kronen (2,7 Milliarden Euro) zusätzlich in militärische Beschaffungen investiert, bis 2035 sollen die Zusatzausgaben insgesamt 300 Milliarden (32,6 Milliarden Euro) betragen. Zur Finanzierung sind waren die Regierungskoalition und die sie unterstützenden rechtsgerichteten Schwedendemokraten übereingekommen, Anleihen im entsprechenden Umfang aufzunehmen.

Das traditionell neutrale Schweden hatte 2022 unter dem Eindruck des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine die NATO-Mitgliedschaft beantragt und war im vergangenen Jahr als 32. Mitglied in das Bündnis aufgenommen worden. Gegenüber 2021 hat es seine Verteidigungsausgaben bereits verdoppelt.

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Stefan Axel Boes