StartStreitkräfteUSMC organisiert Ausbildung für Scouts und Recon Marines neu

USMC organisiert Ausbildung für Scouts und Recon Marines neu

Das U.S. Marine Corps (USMC) organisiert im Rahmen seiner Force-Design-Reform auch seine Aufklärerausbildung neu. Am 27. April startete der erste Ground Reconnaissance Course bei der Reconnaissance Training Company im kalifornischen Camp Pendleton. Zusammen mit dem Amphibious Reconnaissance Course ersetzt dieser den bisherigen Basic Reconnaissance Course für Marines, die in den Scout- oder Reconnaissance-Teams der Bodenelemente von von Marine Air-Ground Task Forces (MAGTF) eingesetzt werden.

Zugleich wird das vorhergehende Marine Combat Training für Anwärter mit nicht-infanteristischer Ausbildung durch den allgemeinen Infantry Rifleman Course ersetzt, um Wartezeiten zu verkürzen und bisherige Nicht-Infanteristen besser auf die Anforderungen der Aufklärerausbildung vorzubereiten. Der neue Ground Reconnaissance Course umfasst dann theoretische und praktische Anteile in Landnavigation, Überleben im Wasser, Kommunikation, Überwachung, Patrouillen und Feuerunterstützung.

USMC denkt über Hauptverwendung als Scout nach

Der Amphibious Reconnaissance Course baut darauf mit der Planung und Durchführung amphibischer Operationen einschließlich der Nutzung von spezifischer Kommunikations- und Sensorausrüstung auf. Am Ende der Ausbildung steht dann die Tätigkeitsbezeichnung (Military Occupation Speciality, MOS) 0321 „Reconaissance Marine“. Zudem wird erwogen, die MOS 0315 „Scout“ zu einer Primärbezeichnung wie MG- oder Mörserschütze zu machen. Bislang ist dies eine Zweitverwendung für Marines, die innerhalb von Infanterie- oder leichten Panzeraufklärungseinheiten die Scoutzüge bilden.

Diese 26-köpfigen Züge ersetzen seit 2023 die bisherigen Scout-Sniper-Einheiten der Marines mit der MOS 0317. Im Unterschied zu den drei auf Divisionsebene angesiedelten Reconnaissance Battalions, die amphibische und Fernaufklärung sowie im begrenzten Umfang kinetische Spezialoperationen betreiben, unterstützen sie ihr Bataillon unmittelbar auf dem Gefechtsfeld. Sollte die Scout-MOS zu einer Hauptverwendung werden, würde die Ausbildung aber vermutlich zumindest teilweise mit der für Recon Marines überlappen.

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Auf jeden Fall werden Drohnen bei den Aufklärern der Marines in Zukunft eine größere Rolle spielen. Neben Überwachungsaufgaben will das Marine Corps die vor allem im Ukrainekrieg zu Prominenz gekommenen First-Person-View (FPV)-Drohnen querschnittlich auch zur direkten Wirkung gegen Gegner einsetzen. Seit Oktober letzten Jahres ist die Zahl solcher Geräte im Bestand laut des Weapons Training Battalion in Quantico, Virginia von null auf 3.500 gestiegen. Mittlerweile gibt es sechs verschiedene Ausbildungsprogramme für deren Einsatz, die Marines mit allen MOS offenstehen.

Stefan Axel Boes