StartStreitkräfteUSMC: Serienauftrag für Turm von ACV-30 Amphibienfahrzeug

USMC: Serienauftrag für Turm von ACV-30 Amphibienfahrzeug

Das U.S. Marine Corps (USMC) hat Kongsberg einen Auftrag im Wert von 271,5 Millionen US-Dollar (233,5 Millionen Euro) für die Serienproduktion des MCT-30-Turms erteilt. Bislang waren 175 dieser unbemannten Türme mit der fremdgetriebenen Maschinenkanone Mk 44 Bushmaster II im Kaliber 30 x 173 mm für die Variante ACV-30 des neuen Amphibienfahrzeugs der Marines beauftragt. Davon hatte das Corps im Mai eine zweite Charge von 30 Fahrzeugen geordert (Soldat & Technik berichtete).

Von dem Amphibious Combat Vehicle sind zudem bislang 352 Stück des Mannschaftstransporters ACV-P mit Waffenstation für ein Maschinengewehr Kaliber 12,7 mm oder eine 40-mm-Granatmaschinenwaffe sowie 29 Führungsfahrzeuge ACV-C bestellt. Einen Produktionsauftrag gibt es auch schon für eine Vorserie der Bergeversion ACV-R. Mit Stand 2023 betrug der geplante Gesamtumfang des ACV-Programms 632 Stück. Das auf dem SuperAV 8×8 der italienischen Iveco beruhende Amphibious Combat Vehicle löst seit 2020 das kettengetriebene AAV7A1 beim USMC ab.

ACV gibt dem USMC wichtige Fähigkeit zurück

Kürzlich setzte das Corps das ACV bei der multinationalen Übung Talisman Sabre 2025 erstmals in Australien ein. Das 1st Battalion, 7th Marines, gegenwärtig Teil der auf Okinawa stationierten 31st Marine Expeditionary Unit, führte gemeinsam mit japanischen Kameraden eine Landeoperation durch. Die Amphibische Schnelleingreif-Brigade Japans nutzt bislang weiterhin das AAV7A1, das beim USMC nach einem tödlichen Unfall 2020 für den Gebrauch außerhalb von Notfällen gesperrt ist. Dabei starben acht Marines und ein Seemann der U.S. Navy, als ihr Fahrzeug während einer Übung vor der kalifornischen Küste sank.

Das ACV gibt dem USMC daher eine wichtige Fähigkeit für amphibische Operationen zurück. Das Fahrzeug kann neben der dreiköpfigen Besatzung 13 Marines aufnehmen und über eine Entfernung von zwölf Seemeilen (22 Kilometer) mit einer Geschwindigkeit von acht Knoten (15 km/h) an Land bringen. Dort beträgt die Straßenhöchstgeschwindigkeit 65 km/h. Dafür sorgt ein Iveco-Motor mit 700 PS und Siebengang-Automatikgetriebe von Allison bei einem Gefechtsgewicht von 32 Tonnen (ACV-30: 35 Tonnen). Die Reichweite an Land beträgt über 500 Kilometer, oder 400 Kilometer nach amphibischer Landung.

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Stefan Axel Boes