StartStreitkräfteUS-Kampffahrzeuge mehrheitlich unzureichend einsatzbereit

US-Kampffahrzeuge mehrheitlich unzureichend einsatzbereit

Die Mehrheit der Bodenkampffahrzeuge von U.S. Army und Marine Corps erreichte im Haushaltsjahr 2024 die geforderte Verfügbarkeit für Einsätze nicht. Das berichtete der Rechnungshof des US-Kongresses im vergangenen Monat. Zu den betroffenen Typen gehörten der Kampfpanzer Abrams, der Schützenpanzer Bradley, die Mannschaftstransportwagen M113 und Stryker, das Joint Light Tactical Vehicle JLTV sowie das – mittlerweile außer Dienst gestellte – Amphibienfahrzeug AAVP-7.

Von den untersuchten Fahrzeugen der Army erfüllte keines die Anforderungen, während das LAV-25, das Logistics Vehicle System Replacement und Medium Tactical Vehicle Replacement der Marines eine Verfügbarkeit von 80 Prozent erreichten oder übertrafen. Grund waren laut dem Bericht insbesondere Einsparungen bei Fahrzeugüberholungen. Bei der Army sank die Zahl der Maßnahmen von 2015 bis 2024 von 1.278 auf nur zwölf, beim Marine Corps von 725 auf 163. Dennoch gaben beide Teilstreitkräfte 2023 immer noch mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar (2,3 Milliarden Euro) für Depot-Instandsetzungen aus.

Kampffahrzeuge müssen beim Hersteller repariert werden

Die Einsparungen hätten zudem zu einem Verlust qualifizierter Arbeitskräfte geführt. Besonders bei der Instandhaltung des Schützenpanzers Bradley hätten viele davon andere Beschäftigungen gesucht. Darüber hinaus habe der Mangel an technischer Dokumentation, die teilweise noch aus den 1960er Jahren stamme, die Möglichkeit zur Durchführung von Maßnahmen innerhalb der Streitkräfte beeinträchtigt. Aufgrund fehlender Informationen habe die Army aber auch Reparaturen am Abrams, Bradley und Stryker den Herstellern überlassen müssen.

Die Industrie, insbesondere Alleinanbieter, sei wiederum durch konkurrierende Anforderungen zur Beschaffung von Komponenten für eingeführte und neue Fahrzeuge belastet. Dies sei etwa beim JLTV der Fall. Generelle Herausforderungen seien ein Mangel an verfügbaren Herstellern, verringerte Zulieferungen und entsprechend lange Lieferzeiten. Zugleich seien die Herstellungskosten gestiegen.

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Stefan Axel Boes