Das U.S. Marine Corps (USMC) erprobt derzeit zwei Kandidaten für das Advanced Reconnaissance Vehicle (ARV), das das bisherige LAV-25 ablösen soll. Das auf dem Schweizer Piranha beruhende Light Armored Vehicle mit 25-mm-Turm wurde 1983 in Dienst gestellt und soll noch bis 2035 vom USMC genutzt werden. Es wurde von der heute zu General Dynamics Lands Systems (GDLS) gehörenden General Motors Diesel hergestellt und ist ein schwimmfähiges 8×8-Fahrzeug, das von einem Detroit Diesel 6V53T mit 205 kW Leistung an Land auf bis zu 100 und im Wasser auf bis zu 10,4 km/h beschleunigt wird.
Für das Nachfolgesystem forderte das USMC eine Mittelkaliberkanone, Panzerabwehrfähigkeiten auf kurze und Präzisionsbewaffnung für große Entfernungen sowie die Integration unbemannter Systeme, fortschrittlicher Fähigkeiten zur elektronischen Kampfführung und passiven sowie aktiven Schutzes. 2021 wurden Textron Systems und GDLS für die Erprobung ihrer jeweiligen Angebote ausgewählt. Das Siegerfahrzeug soll schließlich in drei Versionen als ARV-30 mit dem auch in der Maschinenkanonen-Version des neuen Amphibious Combat Vehicle (ACV) verwendeten 30-mm-Turm, als Führungs- und Drohnenversion ARV C4/UAS sowie in einer Logistikvariante beschafft werden.
ARV-30 soll LAV-25 ersetzen
Ein auf dem ACV beruhender Vorschlag von BAE Systems wurde dabei nicht berücksichtigt. Textron bietet das 6×6-Fahrzeug Cottonmouth an. Gegenüber dem LAV-25 in der letzten Version A2 hat es ein Rüstgewicht von 17 statt 14,4 Tonnen und eine Besatzung von zwei plus fünf statt drei plus sechs Mann. Die Abmessungen werden mit 7,49 Metern Länge, 2,92 Metern Breite und 3,73 Metern Höhe angegeben. Das Fahrzeug soll an Land eine Höchstgeschwindigkeit von 105 und im Wasser von 9,3 km/h erreichen und bei einer Wellenhöhe von 1,20 Metern von See anlanden können. Beim GDLS-Fahrzeug handelt es sich dagegen wie beim Vorgänger um eine 8×8-Plattform.
Bereits 2024 testete das USMC die C4/UAS-Varianten beider Wettbewerber. In den letzten beiden Monaten erfolgten auch Schwimmversuche mit den ARV-30-Protoypen. Berichten zufolge lässt GDLS dabei auch ein automatisches Trimmsystem erproben, das die Arbeitsbelastung der Besatzung bei amphibischen Landungen verringert. Demnächst sollen die Anbieter einen Auftrag über 16 weitere Prototypen zu Testzwecken erhalten. Die endgültige Auswahl des Siegers ist für 2030 vorgesehen. Die Marines wollen allein etwa 500 ARV-30 beschaffen.
Stefan Axel Boes










