StartS&T+USA wollen angeblich Lenkwaffenverkäufe an Europa reduzieren

USA wollen angeblich Lenkwaffenverkäufe an Europa reduzieren

Die USA reduzieren möglicherweise die Verkäufe von Lenkflugkörpern und Präzisionswaffen an europäische Verbündete, um die eigenen Bestände zu erhöhen. Das berichtet das amerikanische Magazin The Atlantic und erklärt damit unter anderem die kürzliche Entscheidung Dänemarks, statt Patriot das französisch-italienische Flugabwehrsystem SAMP/T mit dem Flugkörper Aster zu beschaffen. Zuvor war spekuliert worden, dass hierbei die Ansprüche der Regierung von Präsident Donald Trump auf das zu Dänemark gehörende Grönland eine Rolle gespielt haben könnten.

The Atlantic geht auf diese Möglichkeit nicht ein sondern erläutert, dass das US-Verteidigungsministerium kein Interesse an Lieferungen kritischer Waffensysteme wie Patriot an Verbündete mehr habe. Das habe Verteidigungs-Unterstaatssekretär Eldrige Colby Angang August in einem Telefonat mit dem amerikanischen Außenministerium erklärt. Vielmehr werde sich das Pentagon künftig dagegen aussprechen. Hintergrund sei der Mangel an eigenen Beständen für die Einsatzpläne der amerikanischen Streitkräfte. So verfügten diese nur über 25 Prozent der erforderlichen Zahl von Patriot-Flugkörpern.

USA wollen sich auf China konzentrieren

Colby gehört zu den Verfechtern der Haltung, dass sich die USA künftig vor allem auf die Bedrohung durch China als einzige annähernd gleichwertige Macht konzentrieren sollten. Allerdings hatte Präsident Trump nach einem Bericht der Washington Post kürzlich auch Waffenverkäufe im Wert von 400 Millionen US-Dollar (340 Millionen Euro) an das von China unmittelbar bedrohte Taiwan blockiert. Grund hierfür soll jedoch gewesen sein, den chinesischen Präsidenten Xi Jinping vor einem im Herbst geplanten Gipfeltreffen zur amerikanisch-chinesischen Zoll- und Handelspolitik nicht zu verärgern.