StartStreitkräfteIsrael steigert Produktion von Panzern und Panzerfahrzeugen

Israel steigert Produktion von Panzern und Panzerfahrzeugen

Der Verteidigungs-Beschaffungsausschuss des israelischen Parlaments hat einen Plan des Verteidigungsministeriums genehmigt, die Produktion von Panzern und Panzerfahrzeugen für die Israel Defense Forces (IDF) zu beschleunigen. Über die nächsten fünf Jahre sollen die Herstellungskapazitäten für über fünf Milliarden Schekel (1,25 Milliarden Euro) um „dutzende“ Fahrzeuge gesteigert werden. Der Antrag wird nun an den Knesset-Ausschuss für den Verteidigungshaushalt überwiesen.

Der 8x8-Mannschaftstransportwagen Eitan kommt bei den aktuellen Kämpfen erstmals in großem Umfang zum Einsatz.
Der 8×8-Mannschaftstransportwagen Eitan kommt bei den aktuellen Kämpfen erstmals in großem Umfang zum Einsatz. (Foto: IDF)

Der Plan betrifft den Kampfpanzer Merkava Mk. 4 Barak, den davon abgeleiteten schweren Mannschaftstransportwagen Namer, und den 8×8-MTW Eitan, einschließlich der Version mit 30-mm-Kanone. Das „Panzerfahrzeug-Beschleunigungsprojekt“ wird vom zuständigen Direktorat des Verteidigungsministeriums in Zusammenarbeit mit dem Beschaffungsdirektorat, der Planungsabteilung sowie dem Direktorat für Bodentruppen, Technologie und Logistik der IDF geleitet.

Panzerfahrzeuge legten über eine Million Kilometer zurück

Nach Angaben des Ministeriums beruht die Entscheidung unmittelbar auf dem Erfolg der Plattformen in den Kämpfen seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Seither hätten diese insgesamt über eine Million Kilometer zurückgelegt. Mit der Beschaffung zusätzlicher Fahrzeuge soll eine umfassende Initiative zur Stärkung der Manöverfähigkeiten der IDF unterstützt werden.

Parallel zur Beschleunigung der Beschaffung soll als Teil einer Resilienzstrategie für die rüstungsindustrielle Basis die inländische Produktions-Infrastruktur sowie die Infrastruktur des Depotbetriebs der IDF ausgebaut werden. Das umfasst die Produktionssteigerung in zahlreichen Zulieferindustrien für das Merkava-Programm, von denen viele in den Randgebieten Israels angesiedelt sind.

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Israel beschafft auch Drohnen

Israel sieht sich aufgrund von Kritik an seinem militärischen Vorgehen und der humanitären Situation im Gazastreifen zunehmenden Lieferbeschränkungen für Rüstungsgüter von Verbündeten ausgesetzt. Zuletzt hatte Bundeskanzler Friedrich Merz einen Genehmigungsstopps für solche erklärt, die dort zum Einsatz kommen könnten. Dies beträfe auch die Antriebsstränge für den Merkava und den Namer.

Der schwere Mannschaftstrandportwagen Namer ist vom Merkava abgeleitet.
Der schwere Mannschaftstrandportwagen Namer ist vom Merkava abgeleitet. (Foto: IDF)

Allerdings wird der MTU-Dieselmotor für deren neueste Versionen unter Lizenz in den USA produziert, um aus amerikanischer Militärhilfe bezahlt werden zu können. Das Renk-Getriebe wiederum wird parallel in Deutschland und Israel selbst hergestellt. Vielleicht um möglichen künftigen Embargos vorzubeugen, bestellte das israelische Verteidigungsministerium bereits im August letzten Jahres eine größere Menge davon beim Lizenznehmer Ashot Ashkelon.

Neben Panzerfahrzeugen beschafft Israel auch weitere Drohnen. Am gestrigen Mittwoch gab das Verteidigungsministerium bekannt, dass das Unternehmen Xtend Defense mit Hauptsitz in Tampa, Florida eine Ausschreibung zur Lieferung von mehreren tausend First Person View (FPV)-Drohnen im Wert von „Millionen Dollar“ an die IDF gewonnen habe. Deren Produktion durch den israelischen Zweig von Xtend sei ebenfalls Teil der Strategie zur Stärkung der Rüstungsproduktionskapazitäten im Land.

Stefan Axel Boes