Der Rüstungshersteller BAE Systems entwickelt derzeit zusätzliche Fähigkeiten für das Armored Multi-Purpose Vehicle (AMPV) auf Basis des Schützenpanzers Bradley. Wie das Unternehmen in der vergangenen Woche mitteilte, produziert es unter Nutzung von Eigenmitteln und des modularen Fahrgestells eine Serie fortgeschrittener Prototypen mit spezialisierten Rüstsätzen. Damit will man die Einsatzmöglichkeiten von US-Truppen erweitern, bei denen das AMPV den altehrwürdigen Transportpanzer M113 ersetzen soll.
Zugleich soll die strategische Zusammenarbeit mit anderen Rüstungsentwicklern die Innovation bei gepanzerten Kettenfahrzeugen insgesamt beschleunigen. Zu den geplanten Fähigkeiten gehören die Erfassung und Bekämpfung von Drohnen, autonomes Fahren und unbemannte Waffentürme. In den letzten zwei Jahren hat BAE bereits fünf Prototypen mit verschiedenen Türmen vorgestellt, mit Waffen von der 30-mm-Maschinenkanone bis zum 120-mm-Mörser NEMO.
U.S. Army plant bislang fünf Versionen des AMPV
Die U.S. Army plant mindestens 2.907 AMPV in fünf Varianten zu beschaffen, davon 386 als M1287 Mörserträger für die gepanzerten und mit Stryker-Radpanzern ausgestatteten Brigade Combat Teams. Letzterer ist mit dem konventionellen M121 Mörser ausgestattet, eine US-Lizenzfertigung des israelischen Soltam M120, der auch von der Bundeswehr genutzt wird. Mit Stand Januar waren geschätzt 390 Transportpanzer einschließlich Führungs- und Krankenfahrzeugen sowie 50 Mörserträger ausgeliefert.
Gegenüber dem ursprünglichen Bradley wurde für das AMPV der Zwei-Mann-Turm entfernt, das Wannendach hochgezogen, der Schutz verbessert, der Antrieb überarbeitet und eine neue elektronische Architektur integriert. Das Innenvolumen stieg um 78 Prozent gegenüber dem Vorgänger. Als Antrieb dient ein Cummins-Dieselmotor mit 685 PS, der das 36 Tonnen schwere Fahrzeug über ein Renk-Getriebe auf eine Höchstgeschwindigkeit von 61 km/h bringt. Die Reichweite beträgt rund 360 Kilometer.
Stefan Axel Boes



